25/06/2022 Just be

We worry about the future, we think of long forgotten thoughts and want to change the past for an alternative future. Whenever we are asked “How are you?”, we do not hear the “, right now?” at the end. We usually answer by telling how we struggled the week before or about the tasks of the days to come. When we describe a perfect tomorrow, we only talk about what will be added or removed and never about what is there to stay.

The truth is, that life is neither in our yesterday, nor in our tomorrow.

So when did we forget to just be? Just be who we are, where we are. Somewhere between our childhood and our grown-up-selves, we lost this natural way of being. Where time, worries and regrets do not exist. We are aware of our surroundings, focused on ourselves and we see the fullness of being alive. There is no place to run from and no place to go. Just be where we are and accept what is.

I see toddlers playing in the sand for hours. Dogs who lay down on the sunniest floor near the window to rest. I see the smile in an artists face when the applause rises. People who open their eyes after a meditation. Someone walking through a garden who feels the joy of being surrounded by the beautiful nature.

Instead, I observe couples in a restaurant who starre at their smartphones instead of talking to each other. I see inpatient customers who give their energy to the row in front of them. I hear people trying to overcall the holiday plans of others. I hear people who empower bad experiences from the past by talking about them again and again.

Maybe, you can take these thoughts to identify your own buttons for past and future. And discover a little action for just being here and now.

14/06/2022 Vermissen

Vermissen ist wie träumen – nur rückwärtsgerichtet.

Pause.

Mein Mann sagt, dass man über den Satz erst ein wenig nachdenken muss, bevor er sich erschließt. Ich glaube, er hat Recht. Heute morgen bin ich aus einem komplexen Traum aufgewacht. Wie ein 3D Wimmelbild voller Erzählsprünge. So spannend, dass ich ihn dank luzidem Träumen fortgesetzt und näher angeschaut habe. Ich erkenne Szenen und Personen der Vergangenheit, sehe tief liegende Wünsche für die Zukunft. Ich bin verwirrt und gleichzeitig fühle ich mich leicht, denn alle Ängste und erkennbare Schwere verschwinden mit dem Aufwachen und dem Bewusstwerden. Einfach so.

Vermissen ist anders. Etwas oder jemand, das/der eine wichtige Rolle in meinem Universum spielte, ist nicht mehr da. Dort wo dieses Gefühl der Verbundenheit ihren Ursprung hat, ist es jetzt leer. Je mehr ich gedanklich an diesen Ort zurückreise, um Nähe zu spüren, desto schmerzlicher wird mir das Fehlen bewusst.

Jeder kennt es: Da gibt es diese eine vergangene Liebe – Hey Mr. aX – die man gerne erinnert, die einen kurz lächeln lässt, auch wenn man sich Jahre nicht in die Augen geschaut hat. Da ist das Gefühl von Entspannung, Sonnenwärme und Glück, wenn man den letzten Tag am Meer erinnert und sich nach Urlaub sehnt. Und da ist dieses Stechen in der Brust, wenn ich mich an jemanden erinnere, der gegangen ist. Der nicht mehr Teil meiner Realität ist, und dass manchmal, weil er/sie gestorben ist. Dieses bekannte Gefühl, dass einem von Zeit zu Zeit die Luft zum Atmen nimmt, potenziert sich um ein Vielfaches, wenn Eltern ihr Kind zu Grabe tragen.

Als Mutter habe ich mein Kind Monat für Monat unter meinem Herzen getragen. Dann war plötzlich die Gewissheit da, ein still geborenes Kind für einen kurzen Moment auf unsere Erde zu begleiten. Nur um es dann als Asche der Erde zurück zu geben. Die Leere in meinem Bauch nach der Geburt war so unerträglich, dass ich meine Bauch kaum anfassen konnte. Nicht ungewöhnlich, erzählte mir kürzlich eine andere verwaiste Mutter. Auch sie hatte es so erlebt und von anderen gehört. Nun war der Bauch irgendwann wieder weg und die Leere war ins Innere meiner Seele gezogen.

09/06/2022 The day

Tomorrow will be the day. The day I knew I was going to loose my baby. Since then, this date always came after 365 other days. Year by Year. And now, it is going to be the tenth time. Some days before, I start having pain in the lower back. My whole system gets nervous until I ask myself for reasons. And then, I remember. The tragic pictures in my head start running. A transparent blanket lies on my shoulders with enough weight to feel uncomfortable. I am sad.

Because we lost our first born child. Because we had to let go the future we created as a family. I still feel the vacuum in my breast, in my heart and in my soul as a mother.

Whenever you meet a mother or father who shares this unbelievable loss, please forget about days and years which had passed since this special date. No matter how long this distance is, the pain inside is still there and always will be. And that is ok. Just write or say “I think of you and your child, today.”. It will make a big difference, I promise.

04/06/2022 Neue Wege

Der Moment, sich bewusst für einen neuen Weg zu entscheiden, bedeutet meist auch, sich gegen das Gewohnte zu entscheiden. Noch während ich diverse erste Male allein bewältige, lasse ich Vergangenes los. Auf das es nicht wieder kommt und selbst wenn doch, ich es direkt erkenne, entlarve und übergehen möge. Alle opportunities der letzen Wochen habe ich bewusst erschaffen. Die Hälfte habe ich aus guten und aktuell noch bewussteren Gründen ziehen lassen. Mit jeder Entscheidung, die ich auch von Innen getroffen habe, wurde deutlicher, was ich mir von der großen Zukunft erhoffe. Ein starker Prozess, der nicht immer leicht ist. Umso wichtiger, auch dies zu teilen. Als Gegenbewegung zu den polierten Scheinwelten, in denen alles zugeflogen kommt und ganz easy zu sein scheint.

15/05/2022 Sehnsucht

Ich spüre die Sehnsucht nach dir. Seit Jahren male ich das Bild von Zukunft mit dir. Immer sah ich dich in greifbarer Nähe. Ich plante mit dir und für dich, bereitete mich mental und gesundheitlich vor. Ich baute ein Netz von Unterstützern, um bereit zu sein. Diese Gefühl zu dir war beständig und gross. Dann kam das Nein, nicht jetzt soll es sein, vielleicht auch nie.

Das Zukunftsbild löste sich auf. Die Sehnsucht blieb. Ich erkannte, dass ich nicht dich herbeigesehnt hatte, sondern mein Vermissen als Wunsch für die Zukunft verpackt hatte. Vermissen ist endgültig wie dein Tod. Sich nach etwas sehnen dagegen lässt Raum für Hoffnung.

All die 10 Jahre ist mein Gefühl vermissen. Ich vermisse deinen Körper in meinem Arm, das Bild von dem Jungen, der du heute wärest. Ich vermisse mich, wie ich war, als du in mir heranwuchst. Ich vermisse die Leichtigkeit, das Vertrauen in die Welt, die mir meist Gutes geschenkt hatte.

Ich vermisse, dich nie bei deinem Namen gerufen zu haben und zucke zusammen, wenn ihn jemand ruft. Ich sehe dann, wie sich ein Kopf in meine Richtung dreht und an mir vorbei sieht. Ich vermisse dich unter uns Lebenden, unter uns, die deinen Namen kennen.

13/05/2022 Getrennt sein

Entwickle eine Vision vom Arbeitsalltag. Entwerfe dann ein Bild von innerer Zufriedenheit im kreativen Prozess. Vergleiche beide Ergebnisse. Während Ersteres rational und objektiv ablief, war das Schöpferische bei mir warm und intuitiv. Es gab Phasen, in denen Jobsituation und kreatives Umfeld eine grosse Schnittmenge teilten. Wann also hat sich das Getrennt sein beider Welten in mein Leben geschlichen? WARUM mache ich das, was mir an Texten zufliegt oft „nur“ ehrenamtlich? Auch jetzt gibt es den vorhersehbaren klaren Weg, eine Fortführung des Bekannten. Doch wozu versuche ich zwei Welten zu gestalten? So begreife ich das Glück derer, die mit ihrer Berufung Geld verdienen und in einem Universum bleiben. Also denke ich nochmal neu und lege Rahmenbedingungen fest. Ich verbinde kreatives Potential mit realen Problemstellungen. Eine Vision, ein Bild. Eine Einheit in einer Welt persönlicher Entfaltung. Ich suche nach Vorbildern und finde sie näher als erwartet.

18/04/2022 Richness

We went to the sea, just for one night. I felt the sun on my skin, enjoyed breathing fresh air and saw memories of last summer on my mind. Silence on the roof terrace, birds were singing while I was walking surrounded by peace and nature. To me, this is „being rich“. No luxury goods can substitute it.
And to be fair, I love luxury goods. But I do not need them to look rich just to feel rich to be rich. So what is it that makes you feel rich?

Is it freedom of time? Never having felt hunger? Living in a country where education is not a matter of money?

Having a home? I started the second year in the new flat. It is more a house on the ground floor. These walls are the biggest improvement in years. I still hear people saying why moving in a pandemic? I said because of the pandemic! No idea when it will be over! And guess what? The world started it’s third year with this unseen risk. And yes, I bought new assets, did not sell one stock. Don’t let anxiety define your decisions.

13/04/2022 Langsame Entscheidungen

Wer diese Überschrift negativ bewertet, ist Teil des Denkens, von dem ich Abstand brauche. Ich bin gedanklich zwischen dem jetzigen Job und der neuen Aufgabe. Im freien Raum zum Bewusst-werden und für langsame Entscheidungen. Eine Chance, abzuwägen und bereits im Prozess zu fühlen, welche Richtung gut ist. Dazu gehört auch, Chancen abzulehnen und zu reflektieren, was nicht kommen soll. Was nie wieder kommen darf. Dazu gehört auch, einzelne Meilensteine geduldig in eine sinnvolle Reihenfolge zu legen, anstatt alles sofort erledigen zu wollen. Zugegeben, das ist keine einfache Übung. Zu sehr werden Resultate, Steigerungen und Rekorde gesellschaftlich gefeiert. Niemand fragt nach dem chronisch gewordenen Kater unserer Seelen.

Die medial geteilten Highlights an persönlichsten Momenten sind das neue Dauerrauschen, das die analoge Welt mit Höhen und Tiefen zu ersticken scheint. Es ist eine Falle, besonders für Menschen mit ausgeprägtem Leistungsanspruch. Also weg von ungesunden Realitäten, zurück zu unserem Selbst. Es ist okay, sich Zeit zu nehmen für den nächsten Schritt. Nicht grundlos gehen Menschen in die Natur, in die Stille oder in ein Gebet, um sich mit der eigenen Zukunft zu verbinden. Für einen Moment treten wir so aus dem Alltag heraus und schaffen Luft für neue Ideen und Gedanken. Und manchmal braucht es zuvor die bewusste Verabschiedung von Altem.

31/03/22 Decke aus Schnee

Disclaimer: Triggerwarnung Depression

Starr vor innerer Kälte verlangsamt sich die Zeit.

Auf dem Schulweg durch den Schnee sammeln sich die Flocken auf Mütze und Haaren. Bis die weiße Schicht schwer wird. Zurück am Haus befreie ich einen Bambus von den Schneeflocken, da seine Stiele nach unten gebogen beinahe den Boden berühren. Ich sehe aus dem Fenster durch Äste, die fünfmal dicker erscheinen. Was hier unschuldig weiß ist, ist in der Trauer und der Depression tief schwarz. Je länger sie die Pigmente auf deine Welt legen, desto schwerer fühlst du dich darunter.

Als hielten Leichtigkeit und Freude einen Winterschlaf. Eine unheimliche Stille in dir lässt jedes deiner Worte schrill verhallen. In ein Nichts, das keine Antworten auf all deine Fragen und Ängste hat. Der Horizont ist in Nebel gehüllt, mit jeder Minuten wächst die bleierne Decke auf dir weiter an. Und du vergisst, dass deine Welt auch wieder sonnig und hell sein wird, wenn du nur durchhältst. Starr vor innerer Kälte verlangsamt sich die Zeit. Am Ende eines Tages bleibst du einfach dort liegen. Bald hoffst du, du mögest am Morgen einfach nicht mehr erwachen.