05/05/2024 Waves

When everything seems to be fine, enjoy the moment. Do not say it out loud. Everytime, I have spoken about being happy, the universe answered with unwanted rocks in the wide alley in front of me.

One day, I am going to write a song with the title “I broke my rib in Copenhagen”. After weeks of pain, I have 2-3 weeks ahead, until I am hopefully moving as good as before. But one issue comes with another and so I am forced to find a new job and to leave a job I really like. Without a new investor and its interest in the staff, a plan B has to be ready. Although I am confident to be healed and to get a new position, this not chosen change cannot be faced at once. The last weeks were busy – not anymore. There is no priority in front of this plan B. No reason to avoid the confrontation with the most likely future. Where do you start looking for new ideas? From your position? From your most successful past or the always wanted future for which you need the brave lion heart inside?

A crack is a chance to start over again. A crack gives you the feeling of being lost, but also of being free. Having the freedom to choose my near future, why not taking the power for my real passion and work as an author? The voice of security, clarity and comfort rebells immediately. This inner dialog has just begun..

08/03/2024 Schlafen bei Tageslicht

An freien Wochentagen hole ich tagsüber vor allem Schlaf nach. Ein Quartal nächtlichen Erwachens liegt hinter mir. Es scheint als würde sich das wachsende Schlafdefizit analog zu den gehäuften Überstunden entwickeln. Wobei die Kausalkette unvollständig ist, denn dazwischen liegt mein erhöhtes Cortisollevel. Und Arbeit ist nur ein Parameter. Ich beschäftige mich mit der Analyse der Folgen für Körper und Geist. Welche Vitamine und Nährstoffe fehlen, was sagt das große Blutbild und schleicht sich Schwermut in dieses Energietal?

Bisher nicht. Ich umarme diesen Schlaf bei Tageslicht. In der Krise der Schlaflosigkeit war nicht daran zu denken. Das DINA4 Blatt zur Schlafhygiene hatte ich farbig markiert, hundertfach gelesen und angebetet, dass allein das Befolgen der Listen die ersehnte Erholung bringen würde. Das Bett sei nur für die Nacht. Im Krankenhaus noch schwieriger einzuhalten als Zuhause. Als selbst Schlaftabletten schwächer waren, als meine innere Unruhe, bedauerten mich selbst hartgesottene NachtpflegerInnen, während MitpatientInnen wissend nickten. Zeitweise war es mir unbegreiflich, wie ich je wieder in den Normalrhythmus kommen sollte. Oder guten Gewissens einen Mittagsschlaf am Wochenende halten könnte. Ich beneidete hart jeden, der das konnte und auf Knopfdruck abends ein- und auch noch durchschlief. Inzwischen bin ich weit von körperlichem Stillstand bei gedanklichem Dauermarathon entfernt. Der Biorhythmus hat sich regeneriert. Und jetzt kommt der Unterschied, der Gewinn der post-depressiven Phase: Müdigkeit am Tag nehme ich an und erkenne sie als Folge konstanter Grenzüberschreitung. Als wäre meine CPU überlastet, würden Arbeitsprozesse ins Stocken geraten und Pausen erzwungen werden. Ich nehme heute wahr, wenn ich meine Powerbank aufladen sollte und mache dann immer besser, was dazu nötig ist. Einfach so, ohne Selbstvorwürfe, ganz so, als würde ich bewusst aus dem Leistungskarussell unserer Gesellschaft aussteigen und die Tickets für die nächsten Runden verfallen lassen. Ganz ohne Fomo, frei von den Bewertungen Anderer. Diese Gelassenheit und Selbstbestimmung hatte ich lange nicht.

20/01/2024 Countdown

Wir zählen die Tage. In meinem Fall voller Vorfreude und mit einem Lächeln im Gesicht. Noch wenige Tage und ein toxischer Darsteller verlässt die Bühne des Alltags. Der Applaus der Erleichterung übertönt das freundliche Au revoir. Noch 29 Tage und der Flieger bringt uns ans sonnige, andere Ende der Welt. In einem Monat startet die kurze Pause vor dem neuen Job. Lauter große Anfänge in meinem Umfeld.
Wir zählen die Tage, um die Vorfreude zu zelebrieren. Sie macht das Durchhalten erträglicher und schenkt Energie, ein Wofür.

Auch bei kleinerem Zeithorizont hebt sich der Optimismus in uns. Ein Wiedersehen mit Freunden, der Einkauf fürs Lieblingsgericht oder der Plan fürs Wochenende. Ein Wofür erzeugt Willenskraft.

Es ist das Gegenteil von Stillstand, Hoffnungslosigkeit und Schwere. Es ist ein Gegensatz zum Empfinden in der Depression. Es ist mein Beweis, dass ein Countdown auch wieder etwas Positives statt Destruktives sein kann. Ein Stück Normalität.

30/12/2023 Holy Inner Fight

When you are forced to lay down, to relax and to heal, there is no noice, no rhythm but a huge silence. This non-movement from being ill is fine. Being reminded of this status from mental illness is just hard to cope with. Allowing myself to rest without feeling depressed again is hard work. Mind work. I talked to myself with patience, understanding and empowerment. As my own mental coach I managed to go through three weeks of feeling weak and on the ground. Being well again, I am so proud that I did not let the darkness win my attention. I kept my head up. No more drowning in the sea of depression and helplessness. The strength is back and I do remember wishing for this day to come. Here it is!

17/10/2023 Don‘t kill my vibes

It‘s been quite some time since my last post. It has been a time of staying strong, not getting lost in emotions and sticking to the good humans around me. Sometimes we see our own boundaries, name them and experience resistance. Why? ‘Cause your boundaries force others to step in – and to step out of their comfort zone. To hold this position is tough. Others have to reduce their expectations and may blame you for the new reality. It’s okay to observe reactions, but please do not correct your compass just to please someone. There will come a moment when you thank yourself for taking the initiative to change for good.

24/06/2023 Energievampire

Wenn Menschen anderen Menschen die Energie rauben, die zuvor Kreativität und Spontanität nährte, steh auf! Auch wenn es zunächst weitere Kräfte bindet, wird es Dich befreien. Gib niemandem die Macht, Deine Seele zu beschweren, Deine Gedanken zu unterwandern und Dir den Schlaf zu rauben.

Nach Wochen des Ertragens habe ich drei Schritte nach vorne genommen und Missstände benannt. Entstanden ist die Chance auf Verbesserung, auf Arbeit von allen Seiten. Und wenn es nicht gelingt? Dann war es ein Versuch und ich kann abschließen, um einen anderen Weg zu gehen. Ohne Menschen, die andere Menschen berauben, um sich selbst besser zu fühlen.

20/04/2023 Zwischenwelt

Ich sitze im Raum zwischen schnarchendem Hund und schnarchendem Mann. Ab und zu gluckert der Kühlschrank und spuckt die fertigen Eiswürfel eine Etage tiefer. Hinter mir klingt leise Musik. Wie laut es doch vor dem Schlaf noch ist. In meinem Kopf ist es auch lauter geworden. Ein Teppich an vielen kleinen und großen Dingen wandert, manchmal auch im Kreis. Ich spüre mehr Emotionen, was gut ist. Gleichzeitig spüre ich Anstrengung und Stress intensiver. Auch gut, doch schon ein Kontrast zu der gelassenen Coolness, an die ich mich schon gewöhnt hatte. Weniger vom Medikament heißt eben auch weniger an Schutz, dafür mehr ich. Beobachten, weiter gehen und stabil bleiben. Absetzsymptome sind nicht immer leicht anzunehmen. Am stärksten waren drei Tage Kopfschmerzen nach einer Migräne. Die Vorstellung, dass es in ein oder zwei Wochen wieder vorüber gegangen sein wird, hilft mir. Mitten im Leben voller Aufgaben, Terminen und Möglichkeiten kann ich mit Geduld in Wochen umgehen. In Tiefphasen waren schon Tage kaum zu ertragen. Manchmal sogar Stunden. Eine Woche fühlte sich an wie Monate. Durchhalten ohne Ablenkung, Alltag und Leben ist dann schwieriger als schwierig. Im Gespräch mit Depressiven ist dieses andere Empfinden für Zeit einzubeziehen, um der Überforderung vorzubeugen.

06/03/2023 Birds

I woke up early. The sky is turning blue and the birds are talking. All behind the window, where the garden sleeps in it‘s winter mood. Where do dead birds go? Do they hide when they feel it coming? Are they eaten by other animals? Have you ever compared the number of birds around you with the dead ones lying on the streets?

Why is their death nearly invisible? The presence of dying with symbols, rituals and conversations lost it‘s space in our modern world. We are focused on the perfect shiny surface of ourselves with a good-news-only-attitude. No illness, no death. We became birds. Visible with our beautiful voice and feathers in spring, packed full of hard stuff locked inside.

04/03/2023 Albtraum

Jeder kennt es: Du wachst auf, erleichtert, dass es nur ein Traum gewesen ist. Ein Albtraum, der die aufgewühlten Bilder und Emotionen noch nachhallen lässt.

Doch was, wenn der Albtraum zu großen Teilen Deine Realität gewesen ist? Noch im Schlaf versuchte ich meiner Situation zu entfliehen. Kaum hatte ich eine Szene verlassen, kam der nächste Flashback. Am Ende war ich paralysiert vom depressiven Denken, handlungsunfähig und in Sorge, was ich jetzt alles wieder verlieren könnte. Ohnmacht, Verzweiflung, Selbsterniedrigung – alles wirkte real. Meine Psyche und mein Körpergedächtnis haben diese Erfahrung und die dazugehörigen Gefühle in der Nacht wieder aufgeweckt. Sie geistern in meinem Bewusstsein.


Ich bin wach, erinnere mich und erarbeite mir eine gesunde Distanz zur realen Situation. Es ist gerade alles gut. Ausatmen.

25/01/2023 Street Lights

Early morning – the street lights switch off and the day starts in its grey dress called “moody winter”. I cross the river and breathe in the view towards the city center. Going east, I enter the less known area. With a fresh croissant in my hand I walk along this main street with fashion and food stores. There are lovely backyards with small businesses and a special architecture. To walk through unknown streets is the most intense way to connect with a city. I still remember street names in London, Paris and Hongkong. Shops come and go, street names stay for decades.

Life in a big city always offers new experiences around the corner. You do not have to stick to one way to reach a fixed location. Try another one. Find new perspectives and discover new street lights to connect yourself with your daily environment. It enriches your presence.

15/01/2023 Umkreis

Im Außen rennt die Welt bereits wieder in ihrem gewohnten Tempo, während ich weiter Abstand halte. Eine Handvoll Freunde hätte ich gerne schon getroffen, doch meine innere Stimme lockt mich zurück ins Schneckenhaus. Und die Vernunft, da ich noch nicht wieder ganz genesen bin. Bisher reagierte ich innerlich genervt, wenn ich mich für Ruhe entschied. Seit gestern schwingt die Bewertung ins Positive. Was wäre, wenn ich anerkenne, dass mein Unterbewusstsein genau diese Ruhe wünscht? Anstatt es zu übergehen, um soziale Erwartungen zu erfüllen, folge ich meinem inneren Rat. Schließlich geht es um den Moment und nicht um das erste Halbjahr. Ich genieße das Schneckenhaus – meinen kleinen Umkreis von Zuhause und Familie.

20/11/2022 Isolation

It has been six days in isolation. I am waiting for being released.

Not that I could have walked outside for more than 15 minutes at once. Not that I did not have everything at home. But it is a mental need to feel freedom, again. Being forced to quarantine now reaches my free mind and soul. Just a walk around the block to be connected to the world around me and to see the vibrant energy field of traffic. But what if there is no food delivery service, no warm home and – most important – no peace? No daily life, only survival and destruction. Where do all the civilians at war get their energy from to move on? What if you cannot go back to normal? It is like an isolation not from others, but with others from everything you have seen as your reality. Forever, not just for days. All the places linked to life saved personal memories. Most of these places are bombed ruins, some people you share these memories with are gone. Some of them are dead.

So I stop seeing the last days as a burden. I still have everything I need. I had a smaller radius and some health issues, only. And tomorrow, I will have the privilege to go back to my “normal”, in peace.

09/11/2022 Neue Realität

Ich sitze während des Kinder-Tanzkurses im Café. So sehr mitten im Trubel, dass ich die Piano-Klänge von Hania Rani über meine Kopfhörer drüberlege und zu schreiben beginne. Zwei Monate im neuen Job, d.h. die alte Realität verschwindet immer mehr hinter meinem Rücken. Neues Office, neues großartiges Team, spannende Aufgaben. Ich bin in der neuen Realität angekommen, ein Zukunftsbild, das wahr geworden ist.

Am Anfang einer Veränderung steht eine Entscheidung!

An vieles habe ich mich neu gewöhnt. Vor allem an die Freiheiten und den Raum für Gestaltung. Das Gefühl von Vertrauen von außen ist noch überwältigend. Produktivität ist so viel erfüllender, wenn extremer Druck und Kontrollzwang nicht im Hintergrund über einem schwingen.
Ein positiver Joballtag schenkt mir Energie für den Nachmittag und lässt für den Abend noch etwas übrig. Und dieses Beschäftigt-Sein hat mir durch die schweren Tage mit Absetzsymptomen geholfen. Denn es lenkt ab, lässt keinen Raum für intensive Körperbeobachtung und interpretierte Sorgen. Mit langsamer Reduktion, ärztlicher Begleitung und dem Wissen, dass Symptome auftreten können, startete ich optimistisch. Wenn man dann den dritten Tag mit Übelkeit, Schmerzen und Muskelzucken zugebracht hat, fühlen sich die Tage bis zum Abklingen dann doch nach einer Ewigkeit an. Es hat sich gelohnt. Auch hier hatte ich das zukünftige Bild einer neuen Realität vor Augen. Die beste Motivation, um nachhaltige Entscheidungen zu treffen und durchzuhalten.

25/09/2022 Von Herzen

Es geht mir gut. Wenn ich die Selbstkritik bezüglich noch mangelnder Form und Fitness beiseite lege und die oberflächlichen Ärgernisse des Alltags relativiere sogar sehr gut. Ich habe diese Phase bewusst in neuen Fotos von mir festgehalten. Authentisch und direkt. Für mein nächstes Buchcover, für mich. Echt sein, natürlich und ehrlich, ist so viel einfacher als so zu tun als ob. Vergeude deine wertvolle Lebenszeit nicht mit dem Aufsetzen einer scheinbar perfekten Maske. Deine Psyche merkt sich die ständige Verleumdung deines wahren Selbst. Es ist befreiend, in die Kamera zu sehen und präsent zu sein anstatt sich gedanklich mit kritischen Ansagen zu befeuern. Direkt von Herzen kommend, wohlwollend und echt. So beschreibe ich die Beziehung zum Fotografen hinter der Kamera und zu mir selbst.