Es ist ein Kreislauf, ein Zyklus. Es wiederholt sich. Ein tiefes Loch in Dunkelheit eben erst verlassen, steigt die Stimmung jetzt von Stunde zu Stunde. Ich komme zurück ins Handeln. Und gehe alle Möglichkeiten der Prophylaxe ein. Therapiegespräche, Medikamente, nochmal ein Medikament und das Durchsetzen eines Hormonzusatzes. Denn ich werde das Gefühl nicht los, dass der Ursprung allen Übels – meiner Depression – das Ungleichgewicht dank damaliger Still-Pille ist. Und so würde sich ein Kreis schließen und das JA zu einer lebenslangen Medikation ist gesagt. Es geht weiter. Schritt für Schritt, Hürde um Hürde, Stunde um Stunde. Im JETZT eingehüllt im tanzenden Lichtschatten, HIER im runden Park. Ein Ort, an dem das Glück zu wohnen scheint. So wie die Fenster mich anstrahlen und jedes leere Fenster die Illusion eines baldigen Einzugs schenkt. Hoffnung folgt der Zuversicht – oder bedingt es sich gegenseitig? …
Blog
Am Meer
Schäumende Kronen, die auf mich zurollen und mit leichtem Brummen an Land kommen. Vor mir im Sonnenlicht, erst links und dann rechts. Möwen auf dem Sand, die Segelboote am Horizont.
/ Juli 2020 – in einer schweren Phase auf dem Weg der Zuversicht /
Nächste Schritte
Um weiter gehen zu können, braucht es vieles, das ich jetzt wieder habe. Also los!
/ Juli 2020 – wieder Zuhause /
Dankbar
Für alle unterstützenden Worte und Taten, für den Glauben an mich und jeden Moment des Schlafens.
/ Juli 2020 – in einer schweren depressiven Episode /
Wende
Es wurde aufgehoben, so dass ich die Pause bewusst annehme und mich gleich auf den Spaziergang freue. Lernen, mich auszuhalten und zuversichtlich für neue Energie zu bleiben. Das ist die Aufgabe.
/ Juli 2020 – während des Klinikaufenthalts, als ich glaubte, es zu schaffen, wenn ich mich nur genug anstrenge /
Volle Kraft voraus
Eben die Ruhe als zu ruhig empfunden kommt nun die Unruhe in Person. Also arrangieren und klar abgrenzen, auf meine Ziele fokussiert bleiben. Ich habe mein Ziel vor Augen, ich gehe mit dem Fluss und feiere jeden kleinen Moment. Ich habe vertrauen in meine Kraft und die unterstützende Hilfe, die ich bekomme. Es wird alles gut. Ich bleibe klar und ruhig bei mir. Es wird sich finden, halte durch.
/ Juli 2020 – Klinik. Einzelzimmer adé. /
Traumland
Es liegt am Wald, in der Nähe eines Flusses. Dieses Stückchen Erde ist geprägt von wilder Natur. Die Blüten wechseln mit den Jahreszeiten. Riesige Bäume tun sich auf und schützen mich wie ein Dach. Es sind Wege, die sich hindurch schlängeln und immer neue Ansichten schenken. In Bewegung zu sein, bedeutet hier mit dem Rhythmus der Natur zu sein. Bei Sonne wie Regen, bei Dürre und bei Flut.
Dort steht eine Häuschen aus hellem Stein. Ganz allein und doch besonnen ganz auf sich. So zeigt sich das stabile Haus als Vorbild für mich. Ja, in sich ruhend, stark und widerstandsfähig, wenn es mal stürmisch wird./ Frühjahr 2020 – mein Bild vom inneren Frieden /
Elfenstaub
Sie ist klein und doch so stark. Die kleine Elfe des Lichts setzte sich auf meine Schulter und legte ihren Energiestaub auf mein Herz. Du hast geruht und nun starte voller Vertrauen in diesen neuen Tag!!
/ Im Frühjahr 2020 – mein Anker in schweren Momenten /
Buch Teil 1
Es sollte ein kleines Buch werden, voller schöner Momente. Doch das wahre Leben zeigte sich von einer anderen Seite. Hier soll es darum gehen, was hilft, um aus dem Dunklen hervorzutreten.
Es waren drei Freundinnen. Sie kannten sich gut, waren unterschiedlich und teilten einen gemeinsamen Weg.
An einer Weggabelung machten sie halt, hielten inne und waren sich ihrer Gemeinschaft dankbar bewusst.
Sie gingen weiter, jede in ihre eigene Richtung und dennoch blieben sie sich verbunden./ Im Frühjahr 2020 – für Ini und Maiki /
Blaue Perlen
.. aus dem Urlaub, einem schönen Moment im heißen Sommer. Ein Andenken, welches sie mir mitgegeben hat, um mir Kraft zu geben. Sie ist ein wundervolles Geschöpf, voller Witz und frechen Eigenheiten. Lässt sich nicht alles sagen, hat ihren eigenen Kopf. Und das ist gut so.
/ Im Frühjahr – in Dankbarkeit für schöne Erinnerungen mit meiner Tochter /
Lichtblick
es sind die kleinen Momente, die mir Hoffnung geben. Voller Vertrauen mit jedem Schritt weiter gehen. So kann es funktionieren.
/ Im Frühjahr 2020 – die Mutmacherin in mir /
Box #7 Brücken ins Vergangene
Es sind kurze Momente der Erinnerung, die sich ganz unvermittelt auftun.
Kleine Verbindungen in eine vergangene Parallelwelt. So als könnte ich kurz zur Seite springen auf den Zeitstrahl der Vergangenheit, der unsichtbar neben mir her läuft.
Und dann sehe ich mein altes Ich am gleichen Ort mit all dieser Schwere, den blitzenden Gedanken und der Unruhe auf meiner Haut. Ich spule ab, was ich wahrgenommen hatte in meiner Passivität, unfähig Teil von der Welt zu sein. Dann schließe ich die Augen, atme tief aus und bin zurück in meiner heutigen Realität. Und mache weiter. Mit dem Leben.Mit der Nachricht vom Tod meines geliebten Großonkels springe ich zurück. Ganze 10 Jahre zum schönsten aller Tage. Sehe uns alle im Wintergarten, blicke Dich an und sage Auf Wiedersehen. Ich gehe weiter zurück an den Deich von St. Peter-Ording an Kindertagen, spüre das Licht und den Wind der Nordsee. Ein lebendiges Bild voller Wärme, das mich mit Dankbarkeit erfüllt. Dieses Geschenk nehme ich weiter mit in meinem Herzen.
Box #6 In Wellen
Kein Gefühl ist immer gleich stark, kein schwarz immer gleich schwarz, kein Schmerz permanent.
Es ist ok, jeweils die intensivsten Sequenzen wahrzunehmen, doch es wichtig zu lernen, diese Momentaufnahmen nicht festzuhalten, um die darauf folgende Veränderung nicht zu verpassen. Es ist unglaublich befreiend zu wissen, dass die Welle, die einen erfasst, auch wieder bricht. Das ich die Zeit zum Luft holen nutzen und die nächste Welle empfange kann, anstatt vor hier zu fliehen.
Widerstand verbraucht Energie. Je mehr ich mich aufbäume, desto mehr Angriffsfläche biete ich an. Sich tragen lassen, mit der Bewegung gehen, ist möglich und weniger intensiv.
Box #5 Vom Zweifel
Die Geschichte vom Zweifel beginnt klein, meist morgens kurz vor dem Aufwachen. Der Zweifel wächst stetig bis er als stählerne Wand vor mir auftaucht, mich lähmt und kalt auf mich herab blickt. Plötzlich ist alle Energie verschwunden – so scheint es.
Es braucht die Erinnerung an den Erfolg, dieses Gefühl der Ohnmacht relativieren und letztlich eliminieren zu können. Je öfter mir dies gelingt, desto wirkungsvoller dränge ich den Zweifel zurück.
Ich entlarve ihn und trenne ihn von der gewöhnlichen Sorge. Ich begrenze seinen Raum und erobere mir meine Fähigkeit zu handeln zurück. Manchmal reichen wenige Gedankenfolgen, zuweilen braucht es wiederholte Kraft. Es beginnt mit dem Erkennen der dahinter liegenden Warnung und endet mit der Chance des nächsten Schrittes. Bewegung ist entscheidend. Wenig später habe ich meine Dynamik zurück, starte in den Tag.
Box #4 Verbundenheit
Wahrer Reichtum zeigt sich nicht im Besitz, sondern im Sein.
Verlust betont die Trennung, die ungewollte Distanz zu einem geliebten Wesen. Jemanden nicht mehr bei sich haben erzeugt Leere, Wut und Traurigkeit.
Der Blick für das, was geblieben ist, zeigt ein helleres Bild. Die Verbundenheit ist wahr, die Liebe so groß und die Erinnerung ein Anker zu allem gemeinsam Erlebten, zur Freude und dem Glück. In Kontakt mit dieser Fülle zu sein, mit dem Unveränderlichen im Moment zu sein – darin liegt das Schöne bei aller Untröstlichkeit.