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  • Box #3 Aufbruch

    Lange genug hatte ich meinen Körper im Raum bewegt. Ich sehnte mich nach Leichtigkeit, nach wahrem Leben. Vom tiefsten Tief startete ich neu. 

    Es begann mit einer Entscheidung.

    „Ab morgen geht es nur noch aufwärts.“ Jeden Tag ein bißchen weiter, besser, neu. Jeden Tag machte ich ein Foto eines schönen Augenblicks. Jeden Abend schaute ich mir die Fotos der vorherigen Tage an und füllte mein Herz mit Dankbarkeit für jeden noch so kleinen Lichtblick. Mit jedem festgehaltenen Erlebnis öffnete sich der Raum für Pläne ein wenig mehr, aktivierte sich der Raum für Vor-/Freude und der Wunsch nach Leben neu.

    Ich schrieb Ereignisse, die ich erleben wollte, auf bunte japanische kleine Blätter. Von zeitnah bis zu einigen und mehreren Jahren in der Zukunft. Jedes erlebte Ereignis wanderte von der Wunschschachtel in eine Keramikdose. In den Momenten der Selbstzweifel lese ich noch heute diese Papierversprechen, erkenne das Erreichte und sehe das, was kommen darf.

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  • Box #2 Weitermachen

    Von Tag zu Tag – die unfreiwillige Entschleunigung.

    Es ist absurd – egal wie sehr deine Welt erschüttert wird, wie weit der Boden unter deinen Füßen aufgeht – die Welt dreht sich weiter. Einfach so, als wäre nichts passiert. Anfangs bekämpfte ich den Lauf der Zeit als meinen Feind, bevor ich diese treibende Kraft für mein eigenes Weiterleben nutzen konnte.

    Mit den Sonnenstrahlen am Morgen begann das alltägliche Treiben vor meiner Tür von Neuem. Menschen mit Zielen, Aufgaben, einem Sinn. So dicht neben mir in meiner Verzweiflung und dem Zweifel am Sinn eines Schicksals, das ich nicht gewählt hatte.

    Die Jahresuhr drehte sich weiter, es wurde Herbst. Erträglicher als der sonnige Sommer in Zeiten der eigenen Dunkelheit.

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  • Box #1 Stunde Null

    Box #1 Stunde Null

    Für jemanden, der das Scheitern nicht gelernt hatte, gab es viel zu verdauen.

    Zumal scheitern hier nur die Suche nach der eigenen Schuld am Unwiderruflichen beschreibt. Ein temporärer Zustand, denn Dank reflektierter Köpfe in meinem Umfeld verstand ich schnell, dass es diese Schuld nicht gibt.

    Die Suche nach der Schuld füllte bloß die Leere im Unbegreiflichen. Sie lies mich die vergangenen Stunden, Tage und Monate immer wieder und wieder durchgehen. Um zu verstehen, was sich nicht verstehen, sondern nur akzeptieren lässt.

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