Kategorie: Allgemein

  • Box #5 Vom Zweifel

    Die Geschichte vom Zweifel beginnt klein, meist morgens kurz vor dem Aufwachen. Der Zweifel wächst stetig bis er als stählerne Wand vor mir auftaucht, mich lähmt und kalt auf mich herab blickt. Plötzlich ist alle Energie verschwunden – so scheint es.

    Es braucht die Erinnerung an den Erfolg, dieses Gefühl der Ohnmacht relativieren und letztlich eliminieren zu können. Je öfter mir dies gelingt, desto wirkungsvoller dränge ich den Zweifel zurück.

    Ich entlarve ihn und trenne ihn von der gewöhnlichen Sorge. Ich begrenze seinen Raum und erobere mir meine Fähigkeit zu handeln zurück. Manchmal reichen wenige Gedankenfolgen, zuweilen braucht es wiederholte Kraft. Es beginnt mit dem Erkennen der dahinter liegenden Warnung und endet mit der Chance des nächsten Schrittes. Bewegung ist entscheidend. Wenig später habe ich meine Dynamik zurück, starte in den Tag.

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  • Box #4 Verbundenheit

    Wahrer Reichtum zeigt sich nicht im Besitz, sondern im Sein.

    Verlust betont die Trennung, die ungewollte Distanz zu einem geliebten Wesen. Jemanden nicht mehr bei sich haben erzeugt Leere, Wut und Traurigkeit.

    Der Blick für das, was geblieben ist, zeigt ein helleres Bild. Die Verbundenheit ist wahr, die Liebe so groß und die Erinnerung ein Anker zu allem gemeinsam Erlebten, zur Freude und dem Glück. In Kontakt mit dieser Fülle zu sein, mit dem Unveränderlichen im Moment zu sein – darin liegt das Schöne bei aller Untröstlichkeit.

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  • Box #3 Aufbruch

    Lange genug hatte ich meinen Körper im Raum bewegt. Ich sehnte mich nach Leichtigkeit, nach wahrem Leben. Vom tiefsten Tief startete ich neu. 

    Es begann mit einer Entscheidung.

    „Ab morgen geht es nur noch aufwärts.“ Jeden Tag ein bißchen weiter, besser, neu. Jeden Tag machte ich ein Foto eines schönen Augenblicks. Jeden Abend schaute ich mir die Fotos der vorherigen Tage an und füllte mein Herz mit Dankbarkeit für jeden noch so kleinen Lichtblick. Mit jedem festgehaltenen Erlebnis öffnete sich der Raum für Pläne ein wenig mehr, aktivierte sich der Raum für Vor-/Freude und der Wunsch nach Leben neu.

    Ich schrieb Ereignisse, die ich erleben wollte, auf bunte japanische kleine Blätter. Von zeitnah bis zu einigen und mehreren Jahren in der Zukunft. Jedes erlebte Ereignis wanderte von der Wunschschachtel in eine Keramikdose. In den Momenten der Selbstzweifel lese ich noch heute diese Papierversprechen, erkenne das Erreichte und sehe das, was kommen darf.

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  • Box #2 Weitermachen

    Von Tag zu Tag – die unfreiwillige Entschleunigung.

    Es ist absurd – egal wie sehr deine Welt erschüttert wird, wie weit der Boden unter deinen Füßen aufgeht – die Welt dreht sich weiter. Einfach so, als wäre nichts passiert. Anfangs bekämpfte ich den Lauf der Zeit als meinen Feind, bevor ich diese treibende Kraft für mein eigenes Weiterleben nutzen konnte.

    Mit den Sonnenstrahlen am Morgen begann das alltägliche Treiben vor meiner Tür von Neuem. Menschen mit Zielen, Aufgaben, einem Sinn. So dicht neben mir in meiner Verzweiflung und dem Zweifel am Sinn eines Schicksals, das ich nicht gewählt hatte.

    Die Jahresuhr drehte sich weiter, es wurde Herbst. Erträglicher als der sonnige Sommer in Zeiten der eigenen Dunkelheit.

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  • Box #1 Stunde Null

    Box #1 Stunde Null

    Für jemanden, der das Scheitern nicht gelernt hatte, gab es viel zu verdauen.

    Zumal scheitern hier nur die Suche nach der eigenen Schuld am Unwiderruflichen beschreibt. Ein temporärer Zustand, denn Dank reflektierter Köpfe in meinem Umfeld verstand ich schnell, dass es diese Schuld nicht gibt.

    Die Suche nach der Schuld füllte bloß die Leere im Unbegreiflichen. Sie lies mich die vergangenen Stunden, Tage und Monate immer wieder und wieder durchgehen. Um zu verstehen, was sich nicht verstehen, sondern nur akzeptieren lässt.

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