Kategorie: Allgemein

  • 20/10/2020 Was wieder geht

    Welch schönes Datum heute. Und damit willkommen zurück nach einer Woche Pause. Denn es kommt so Vieles zurück. Der Rhythmus von Alltag, ein langsamer Re-Start in den Job. Das Gefühl am Montagmorgen noch ein wenig liegen bleiben zu wollen. Das Gefühl von Hunger. Warum ich mich über solche profanen Gefühle freue? Weil mein Körper weniger Medikamente bekommt und dadurch langsam zu normalen Empfindungen zurück findet. Z.B. ist mein Helfer fürs Durchschlafen um 1/4 reduziert worden. Zwar wache ich jetzt zwischen 3:30 Uhr und 4:30 Uhr auf, doch ich vertraue darauf wieder einschlafen zu können nach einer kurzen Pause ohne (ja, ohne!) Grübeln. Und so ist es bereits 6:30 Uhr und mir bleiben 10 Minuten für mein Thema Umzug.

    Wir, meine Familie und ich, suchen wie 1.000 andere Menschen in unserem Viertel und Umgebung nach der 4 Zimmer, 100 qm Wohnung mit Balkon/Garten. Letzte Woche haben wir die zunächst als perfekt vorgestellte Wohnung abgesagt. Da waren sich unsere Bauchgefühle einig. Zuvor hatte ich das neue Heim manifestiert. Sogar nach einem 3-Schritte-Programm „Bewusstes Manifestieren“ von Eckhart Tolle. Was soll ich sagen, es wirkt. Wir sahen mit der ersten Besichtigung, was uns wichtig ist (großer Wohn-/Essbereich, Platz für einen Schrank in jedem Schlafraum) und was überhaupt nicht geht (Unzuverlässigkeit potentieller Vermieter). Wir haben ein Reihenendhaus am Rande der Stadt angeboten bekommen, welches wegen des langen Arbeitsweges von einer Stunde leider keine Option ist. Morgen schauen wir uns eine neuere Wohnung im Nachbarviertel an, welche gestern von außen schon interessant aussah. Und ich suche weiter nach Tauschwohnungen in Parallelstraßen. Es ist also Bewegung drin im Thema Umzug, welches mich vor wenigen Wochen derart überfordert und erneut in die Klinik befördert hatte. Ich bin mir meiner Selbstwirksamkeit wieder bewusst und sehe viele kleine Schritte zum neuen Zuhause anstatt eines unüberwindbaren riesigen Berges. Die Entscheidung fällen wir gut überlegt und ohne Zeitdruck gemeinsam als Familie. Als geübter Projektmanager war mir schon vorher in der Theorie bewusst, dass die Summer der kleine Schritte einen Meilenstein ausmachen. Doch die Depression interessiert sich einen feuchten Dreck für Deine Ratio. Sie reißt ein Thema an sich, bläht es zur Bedrohung auf und lässt Dich ohnmächtig und gelähmt auf das Unlösbare starren.

    Es sind solche kleine und großen Fragen, die für depressive Menschen bzw. Menschen in depressiven Phasen unlösbar erscheinen. Der nächste Einkauf wird zum Marathon, das Aufstehen so schwer, als würde man mit einer frischen OP-Wunde danieder liegen. Planen ist ein Wirbel von Grübelgedanken, der nirgends hinführt. Auf Nachrichten von Freunden antworten per Handy braucht Kraft. Ganz so als müsste ich dafür erst eine Postkarte kaufen, die Briefmarke in einem zweiten Laden, mit Füller schreiben und vor dem Abschicken auf das Trocknen der Tinte warten.

    Dies ist ein Einblick in die so gegensätzliche Bewertung von Alltagssituationen aus den zwei Perspektiven: der Depressiven und der Normalen. Wobei auch Du morgens mal denkst „ich würde gerne noch ein wenig liegen bleiben“, doch 10 Minuten später stehst Du unter der Dusche. Der von Depressionen Betroffene hockt dann für 30 Minuten auf der Bettkante und überlegt, ob er es wirklich schafft: Ins Bad, alles ausziehen, duschen und was neues anziehen. Klingt trivial? Ja, ist es. Doch das Gehirn ist so durcheinander, dass diese einfachsten Routinen nicht abrufbar sind. So als müsstest du die letzten 30% zum Fahrrad fahren bei jedem neuen Aufsteigen erst wieder lernen. Diese Barriere aus dem Kopf klebt an allen Routinen, Aufgaben und Tätigkeiten. 24 Stunden am Tag.

    Wenn Du also jemandem sagst „Reiß dich mal zusammen, aufstehen und anziehen ist ja wohl nicht so schwer!“, dann denke daran, dass es aus der Perspektive deines depressiven Gegenübers sehr wohl schwierig ist.

  • 13/10/2020 Gestern im Nebel

    Kurz vor 8 Uhr. Ich fuhr mit dem Fahrrad durch den kalten Nebel, der schon Stunden zuvor als Wand vor unseren Fenstern gewabert hatte. Meine Hände wurden feucht, den Schal hatte ich vergessen. Am Universitätskrankenhaus angekommen schaute ich hoch zu der Station, auf der ich vor wenigen Wochen ein Bett gehabt habe. Während ich mein Fahrrad anschloß dankte ich mir selbst dafür, heute nur ambulanter Besucher zu sein. Ich sah die vielen Gesichter der stationären Patienten. Grüßte Einen, der kam, als ich entlassen worden war. Ich ging hinein in das große Gebäude mit der Gewissheit, gleich wieder nach Hause fahren und in meinem Bett schlafen zu können. Überhaupt wieder genug schlafen zu können.

    Rückblick: Meine Niedergeschlagenheit beginnt im Nebel der Schlaflosigkeit. Es ist ein Muster. Etwas Aufwühlendes oder Beängstigendes passiert – ich fühle mich überfordert. Ich erinnere mich mit jeder Zelle meines Körpers an die Ohnmacht vergangener Episoden und bekomme Angst. Angst davor, für die Situation nicht gewappnet zu. Ich verliere den Glauben in meine Kraft, verzweifle an den Methoden, die meinen Geist beruhigen sollen. Und das hält mich wach. Es beginnt mit 2-3 Nächten wenig Schlaf. Dann denke ich bereits am Morgen darüber nach, dass ich abends unbedingt schlafen muss. Der innere Druck steigt. Es folgen 2 Nächte ohne Schlaf, dafür mit erdrückend negativen Gedanken und Selbstvorwürfen. Ich liege wie erstarrt, um meine Familie nicht zu wecken. Mit geschlossenen Augen starre ich an die Decke. Panik steigt auf. Ich höre mein Blut im Ohr rauschen, spüre einen beklemmenden Druck auf der Brust. Im Kopf ein Strom voller verschwommener Gedankenfetzen, der mich weiter in die Tiefe zieht. Weg von mir, meinem Maj-Ich.

    Am nächsten Morgen rede ich mir schön, dass mein Körper sich den Mindestschlaf von 2-3 Stunden schon geholt hat. Dass ich es nur nicht bewusst mitbekommen habe. Ich bin völlig verschwitzt, war nachts vor Nervosität 3-4 Mal auf der Toilette gewesen. Und warte auf die Frage meines Mannes, ob und wieviel ich geschlafen hätte. Ich muss den Rhythmus beibehalten. Drei Mahlzeiten, nicht tagsüber schlafen. Dinge tun, statt im Bett liegen zu bleiben. Aufstehen, duschen, was essen. Ich erkenne mich selbst kaum mehr, wirke auf meine Mitmenschen befremdlich. Mit starrem, leeren Blick. Kaum Mimik. Traurigen Mundwinkeln. Die Maske der Depression. Da nutzt auch die Sommerbräune von der See nicht mehr. Die Normalität ist aus meinem Leben, aus meinem Gesicht gewichen. Und entweicht langsam aus dem Herzen. Ich spüre mich kaum noch, habe wenig Emotionen. Auch empathische Reaktionen bleiben aus. Ich lächle gezwungen, wenn andere lächeln. Ich fühle mich leer, gefangen in meiner sich drehenden Gedankenwelt. Die verzerrte Wahrnehmung meiner Umwelt und meiner selbst lässt alles bedrohlich und schwer erscheinen. Mit jedem Schritt, den ich nicht gehe, beweise ich mir selbst, wie schlecht es mir innerlich geht. Es ist paradox, doch die innere Stimme der Depression drängt mich an den Rand des Lebens. Mein Blutdruck steigt, mein Puls liegt jenseits der 100. Dauerhaft. Tags wie Nachts. Mein Körper ist derartig gestresst, dass ich beginne „herum zu tigern“. Ich gehe von einer Ecke zur anderen. Meine Hände und Nase schwitzen. Wenn ich sitze, so wippe ich in leichten Bewegungen hin und her. Ich zupfe an meinen Händen, drücke meine Unterarme, um mich zu spüren. Ich rede in Fetzen, drehe ruckartig meinen Kopf zur Seite und bringe keinen vernünftigen Satz heraus. Ich möchte schreien, raus brechen aus dieser ohnmächtigen Starre. Doch ich stammle was von – ich will das doch auch nicht, ich muss da irgendwie wieder rauskommen. Mein Mann bittet mich die Notrufnummer zu wählen. 40 Minuten später war ich mit einer halbwegs gepackten Tasche in der Aufnahme des Krankenhauses gewesen. Diagnose: schwere depressive Episode. Es sind beruhigende Medikamente, die den Krampf meiner Seele und meines Körpers lösen, so dass ich wieder sprechen und schlafen konnte. Von dort unten begann der Kampf zurück in mein Leben, in dem ich langsam wieder auf beiden Beinen stehe. Dank professioneller Hilfe und dem innersten Wunsch hier zu bleiben statt mich aufzugeben.

  • 11/10/2020 Feedback

    Hinaus in die Welt. Ich zeige meinen Schmerz, meine Verletzlichkeit. Ich teile Momente des Glücks und der Leichtigkeit. Ich schreibe mir meine Gefühle von der Seele und meinen Gedankenstrudel aus dem Kopf.
    Und ich freue mich über wertvolles Feedback. Um mit meinem Blog zu lernen, was ich für das Schreiben meines Buches noch brauche. Verbessern kann und ausbauen darf. Also schreibt mir, ruft mich an. Klickt auf den TITEL eines Beitrages, um einen Kommentar zu hinterlassen. Ich wünsche mir, dass das, was ich rausgebe von mir auf Dich trifft. Etwas in Bewegung bringt. Einen Rückmeldung zurück zu mir schickt. Sei offen, so wie auch ich offen mit meinen Worten bin. Vielleicht bringt es uns einander wieder ein Stück näher.

  • Für Stefanie

    Du fragst Dich, wie Du einem Menschen mit Depressionen helfen kannst? Indem Du ihm sagst, dass Du helfen möchtest anstatt aus Unsicherheit zu schweigen.

    Meine Freundin, die am weitesten von mir entfernt in Zürich lebt, war mir in diesem Sommer voller Dunkelheit am nächsten. Dank WhatsApp und Telefon. Sie fragte nicht nur einmal, wie es mir geht. Sie schrieb erneut, auch wenn eine Antwort von mir ausgeblieben war. Sie rief an, auch wenn sie mich beim ersten Versuch nicht erreicht hatte. Sie war da. In Gedanken an mich und meine schwere Situation waren wir verbunden.

    Sie schickte mir Fotos von ihren Ausflügen im Alltag und am Wochenende. Schrieb ein paar Zeilen zum Erlebten. Und wünschte mir, dass es mit jedem Tag wieder ein wenig besser werden würde. In dieser Phase war es schwer für mich auf Nachrichten zu reagieren. Es ist paradox: im Gefühl der Einsamkeit fehlt die Kraft nach diesen Strohalmen des Austausches zu greifen. Stefanie zeigte mir Bilder aus ihrem normalen Leben, an guten und an anstrengenden Tagen. Ihr Geschenk: ich konnte isoliert im Krankenhaus (kein Besuch wegen Corona) das Leben „da draußen“ sehen und spüren. Ich konnte sie als Mutter ihres Sohnes sehen, der sie auf dem Spielplatz braucht. So wie auch meine Tochter mich im Alltag braucht. Du fragst dich, ob diese Einblicke nicht auch schmerzhaft für mich waren? Weil ich all das ja gerade nicht leben konnte? Ja, ein wenig. Doch es gab mir das Gefühl zurück, dass ich einen Platz in der Welt habe. Von meiner kleinen Familie gebraucht werde. Es schenkte mir Zuversicht, dass ich in naher Zukunft auch wieder Bilder von Ausflügen mit meiner Freundin teilen würde. Einen Monat später teile ich diese sogar über Instagram wieder mit der Welt.

    Danke Steffi! Von tiefstem Herzen. Für die Freundschaft in schweren Zeiten. Dafür, dass Du an mich glaubst und mir Hoffnung für bessere Zeiten schenkst. Mein Herz weint vor Freude und sendet ein Lächeln zu dir gen Süden.

  • 10/10/2020 Ein Lauf der Gegensätze

    Die Sonne ging gerade auf, da lief ich los. Ich hatte bereits eine Stunde in meinem Sportoutfit gesessen und an meinem Buch LICHTSCHATTEN gearbeitet. Ein Erfahrungsbericht über das Wechselspiel von Glück und Trauer. Ein fiktives Selbstgespräch zwischen meinem depressiven und meinem gesünderen Ich.

    Der Hintergrund ist, dass joggen als Frau alleine im Dunkeln mir zu unheimlich ist.

    Teil 1: Ich ging zügig bis zum Kanal an der Straßenecke. Dem Punkt, von dem ich gestern erst geschrieben hatte. Der Himmel hell, aber trüb. Dann lief ich voller Energie los. In zügigem Tempo zwischen Wasser und Grünfläche. An einer Kita, einem Sportplatz und einer Schule vorbei. Voller positivem Antrieb. Mein Etappenziel war die Hausnummer 95. In wenigen Tagen werden wir hier eine Wohnung besichtigen. Die Vorfreude steigt ebenso wie die Hoffnung, das es passen wird. Den Grundriss habe ich mir nach dem Telefonat mit dem Vermieter bereits aufgemalt. Einige Möbel habe ich bereits auf die verschiedenen Zimmer verteilt. Meine Tochter hat jetzt im Urlaub schon ihren aus Holz geschnitzten Garderobenhaken (ein Reh) gekauft. „Den nehme ich mit in die neue Wohnung. Dann kann ich gucken, wo er hängen soll. Und ich nehme das Zimmer hier (und zeigt auf meine Vision vom Grundriss der Wohnung) „. Ich komme an dem Krankenhaus vorbei, in dem ich meine Kinder geboren habe. Am Eckhaus gegenüber wohnt eine Freundin meiner Tochter aus ihrer Schulklasse. Seit Wochen wünscht sie sich hier in diesen Altbau-Block zu ziehen, um ihrer Freundin näher zu sein und mit ihr zusammen zur Schule gehen zu können. Apropos Schule. Nach wenigen Schritten am Gebäude entlang steht der Rohbau des 2. Standortes ihrer Schule. Nach weiteren Schritten stehe ich vor einer Eingangstür. In den 10 Jahren, in denen ich hier auf der Ecke wohne, bin ich gefühlt 1.000 Mal daran vorbei gegangen. Jetzt habe ich einen Namen, nach dem ich auf dem Klingelschild suche. In wenigen Tagen werde ich diesen Klingelknopf drücken und wissen, ob ich dem Traum von mehr Raum und Freiheit ein Stück näher bin. Ich gehe weiter, ums Eck und schaue hinauf zum 4. Stock. Es fühlt sich gut an.

    „Mit guten Karten kann man alles machen“, höre ich meine Tochter im Nebenzimmer mit meinem Mann ein Kartenspiel spielen.

    Ich hoffe das Beste für uns. Zurück zum Joggen.

    2. Etappe: Ich laufe zur anderen Straßenseite, ein Stück zurück und biege in eine Nebenstraße ein. Um inne zu halten. Vor einem Meer aus niedergelegten Blumen, Worten und brennenden Kerzen.

    Ein junger Student ist hier vor wenigen Tagen angegriffen und schwer verletzt worden. Weil er Jude ist. Ich gehe ich in die Knie, lese von Genesungswünschen, Anteilnahme und Fassungslosigkeit. Neben mir ein Polizist mit Maschinengewehr. Einer von Vieren, denke ich. Einer mehr als vor diesem Anschlag. Ich schaue in den Himmel und bete zum Mond. Seit meinem Verlust habe ich öfter ein Problem, meine Gebete an Gott zu richten, der doch mein Kind sterben ließ. Außerdem kennt der Mond keine Religionen. Alle Menschen sind aus seiner Perspektive so gleich, wie es als Wunsch in unseren Schriften und dem Grundgesetz geschrieben steht. Ich halte einem Moment inne und hoffe, dass der junge Mann eine Zukunft hat. Dass diese Gemeinde, vor der ich häufiger Familien mit Kindern hinein- und rausgehen sehe, eine geschützte Zukunft hat. Als wir vor 10 Jahren hierher zogen und ich die Sperrung der Durchfahrt mit Polizei-Häuschen und Maschinengewehren an Polizeibeamten sah, dachte ich „Warum ist das heutzutage noch nötig?“. Ich habe es mir schon damals zur Gewohnheit gemacht, über keinen der vielen Stolpersteine mit Namen und Jahreszahlen vor den Hauseingängen dieser Gegend zu laufen. Aus Respekt vor jedem einzelnen Schicksal. Spätestens seit dem Angriff auf die Synagoge in Halle an der Saale, der sich gestern erstmals jährte, ist mir klar warum es den Polizeischutz braucht. Mit dieser traurigen Erkenntnis wünschen der Polizist und ich uns gegenseitig noch einen schönen Tag und ich laufe weiter. Ein Schwarm grauer Tauben folgt mir am Himmel in Richtung Brücke. Ich springe in Gedanken zu meiner Einkaufsliste für den Bäcker, an dem ich Halt machen werde.

    10 Minuten später sitze ich an einem gedeckten Frühstückstisch. Ich zünde die große Duftkerze mit 3 Dochten an und halte diesen Reichtum an Wärme, Gemeinsamkeit und Nahrung in einem Foto mit. Dieses teile ich via social media. Mein Schritt nach außen an die Öffentlichkeit. Und während ich diesen Beitrag zu Ende schreibe, schreibt meine Tochter neben mir erstmals selbst einen Brief an ihren Bruder im Himmel: „Liber V., ich würde gerne wissen wie Du aussiehst, jetzt mit 8 Jahren. Deine F., Deine Mama.“ Ich darf ergänzen: „Ich liebe und vermisse Dich.“. Der Brief wird gefaltet und in ein elfenbeinfarbenes Kästchen gelegt. Es kommt in den kleinen gelben Wandschrank, der ausschließlich Erinnerungsstücke an unseren Sohn, an ihren großen Bruder, in Ehren hält. Wir haben Fotos von ihm, denke ich sofort. Doch ich finde, dass sie mit 7 Jahren noch nicht alt genug ist, um sich das Foto dieses kleinen toten Erdlings anzusehen. Zu schwer lastet dieses Bild allein schon als rein visuelle Erinnerung in meinem Herzen.
    Das einzige Bild, das sie von ihm kennt ist ein gesticktes Abbild eines Ultraschallbildes. In einem runden Rahmen. Eine Künstlerin aus Amerika hat es nach einer Fotovorlage gestickt. Unfassbar realistisch, da sie selbst beruflich täglich Babys per Ultraschall untersucht. Es liegt seit Monaten im Schrank. Gestern habe ich es über unserem Bett auf die Bilderleiste gestellt. In die Reihe besonderer Erinnerungen: neben dem Schloss, in dem wir geheiratet haben. Dem fast kitschigen Pärchen-Foto von uns voller Jugend und Glück, das in der Küche einer noch heute sehr guten Freundin entstand. Dem Hamburger Hafen mit meiner Lieblingszahl 5 auf einen Poller. Und neben dem Chrysler Building in New York, eine Reise weniger Monate bevor ich erstmals schwanger wurde. Sowie dem Ausblick von unserem Balkon mit einer Fuchsie im Vordergrund. Aus dem Sommer in dem mein Sohn V. starb.

  • 09/10/2020 Zuhause

    Ich sitze an einem versteckten Anleger am Kanal. In einer Stunde wird die Herbstsonne untergegangen sein. Das Wasser ist ruhig. In Zeitlupe fließt das Laub auf der Wasseroberfläche an mir vorbei. Ganz wie in einer Übung, die mir manchmal hilft, den Kopf von dem gedanklichen Overload zu befreien. Dazu lege ich schwere und als nicht hilfreich enttarnte Gedanken sinnbildlich auf ein Blatt im Fluss. Dann lasse ich beides an mir vorbei ziehen. Ich hole tief Luft und halte diesen Moment des Mit-mir-alleine-Seins dankbar fest. Um mich in Zeiten der Unruhe wieder mit diesem Augenblick der Stille nach dem bewussten Loslassen Stille verbinden zu können.

  • 09/10/2020 Frühstück mit Kühen

    Nach dem Frühstück mit Blick auf die jungen Milchkühe vor dem Fenster sitze ich auf einer Bank im Garten. Das Grün geht über in das dunklere Grün der Hagebuttensträucher hinter denen die nasse Wiese liegt. Die Morgensonne strahlt warm und funkelnd durch die nackten Baumkronen.
    Am Feldweg habe ich gestern im abendlichen Regen einen Strauß gepflückt. Aus gelben und weißen Blüten. Gemischt mit verblühten und getrockneten Gräsern und Halmen aus Nuancen von braun und grün. Lebendige und tote Pflanzen zur Erinnerung an eine Woche am Meer.
    Es war eine Woche voller neuer Eindrücke: Wahnsinnige Ruhe ebenso wie emotionale Unwetter im Miteinander als großes Familiengefüge, das es so nur an Feiertagen gibt.

    Entsprechend gab es Highlights wie die Überfahrt per Fähre nach Föhr und richtige Downer im Aufeinandertreffen konträrer Ansichten.

    Ich sehe die Kühe wie sie fressen und mit Ohren, Schwanz und Kopf die lästigen Fliegen abwehren. Wie sie alleine sträunernd in die Ferne schauen oder um Ihren Platz in der Herde rangeln. Ich denke an die Ruhe dieser großen Tiere. Sie erinnern mich an die Elefanten auf dem Titelbild des Buches „Frühstück mit Elefanten: Als Rangerin in Afrika“ von Gesa Neitzel.
    Ein Buch, welches mir eine gute Bekannte für meinen Klinikaufenthalt im Juni ausgeliehen hat. Auf den ersten Seiten geht es um die Suche nach Erfüllung, einer Berufung, einer Vision am anderen Ende der bekannten Breitengrade und Routinen. Jeder Schritt von Gesa richtete sich nach diesem Bild der Freiheit als Rangerin aus. Es war ein Prozess, verbunden mit vielen Vorbereitungen. Sie erschaffte sich diese Chance aus eigener Kraft und aus tiefster, innerer Überzeugung. Ich stehe am Anfang eines solchen Veränderungsprozesses und freue mich auf jede Wegstrecke dieser Route, die sich erst im Vorangehen ergibt und sich Leben nennt.

  • 07/10/2020 Ein schneller Tod

    Eine Amsel. Eben saß ich auf dem Sofa. Am Fenster. Ein Knall. Rechts neben mir war eine Amsel frontal gegen die Fensterscheibe geflogen. Sofort wich das Leben aus ihr.

    Meine Tochter, leicht erschrocken, trauerte kurz mit mir um diesen blöden Tod. Jetzt liegt sie im Graben, von meinem Mann hinein gelegt. Zurück in der Natur.

    Erschreckend, dass in Hamburg Fehlgeburten ab der 13. Schwangerschaftswoche erst seit 2011 ein Recht auf eine Bestattung haben. Zuvor wurden diese mit dem übrigen menschlichen OP-Abfall entsorgt.

    Unser Sohn verstarb 2012. Er liegt begraben mit anderen Begleitern zusammen auf dem Friedhof Öjendorf. Ein würdevoller Abschied. Gestaltet vom Verein Verwaiste Eltern und Geschwister Hamburg e.V., für die ich inzwischen ehrenamtlich arbeite (https://www.verwaiste-eltern.de/still-geborene-kinder/). Um etwas von der Hilfe zurück zu geben, die mir in den schwersten Stunden meines Lebens geschenkt wurde. Bis heute ist der Verein am Ende der Straße, in der ich seit 10 Jahren wohne, auch ein Ort, an dem ich mich austausche. Ein Ort, an dem ich mich besonders mit meinem Sohn verbunden fühle. So wie an seinem Grab am anderen Ende der Stadt.

  • Rückblick zu Fragen in der Klinik im Sommer 2020

    Wovor habe ich Angst? Was hält mich in der Tiefe? Es ist schwer Antworten zu finden.

  • 05/10/2020 4:23 Uhr Halbschatten im Halbschlaf

    Wir – die Verbundenheit im engsten Kreis ist bei aller Einigung von Schlagschatten belegt.

    Traurigkeit steigt in mir auf. Ebenso wie Akzeptanz dafür, dass nicht alle gleich offen und bereit für ein Miteinander sind.

    Ich erkenne die unterschiedlichen Perspektiven und Prioritäten an. Ich lasse den Wunsch nach einem idealeren Bild von Geschwisterbeziehung ziehen. Wolkig bedeckt ist es hier. Kühler und distanzierter als erhofft. Doch ich lasse es sein wie es ist. Möchte es und niemandem mehr verändern. Ich gebe die Enttäuschung ab und fühle Leichtigkeit statt Verletzung in meiner Seele. Morgens im Zustand leichter Wachheit. Nach einem Traum zu eben diesem alten Konflikt, der mich aufwachen ließ.

    In 3,5 Stunden beginne ich eine Erhaltungstherapie mit einem neuen Medikament. Es soll mich stabil halten in unruhigen und emotional herausfordernden Situationen. Um kein Tief mehr zu erleben, das mich einsaugt zum Grenzpunkt zwischen Leben und gewähltem Tod.

  • 04/10/2020 Ein Kreis schließt sich

    Gerade komme ich von einem Strandspaziergang im Herbstwind zurück. Mit meiner ganzen Familie plus Hund.

    Damals zeigte mir Alice ihr aktuelles Profilbild bei WhatsApp vom vorherigen Wochenendausflug. Ich war fast ungläubig und ein wenig neidisch, dass sie die Kraft dafür aufwenden konnte. Kraft zur Planung einer Anreise von über einer Stunde. Loszufahren. An Essen und Trinken für die Familie zu denken. Schließlich war sie wie ich wegen einer schweren depressiven Episode hier. Mit ähnlichem Trauma.
    Es sollte das letzte Familienwochenende zu viert für diese Familie sein. Hier an diesem Strand in St. Peter Ording.

    Grund genug sich an sie zu erinnern und an den Gedanken: Ich bin noch hier. Lebendig. Im Kreis meiner Familie.

    Diesen Gedanken, dieses Gefühl halte ich fest in meinem Herzen und hier im Geschriebenen. Sowie bei Instagram nach 1,5 Jahren Pause mit einem aktuellen Post (maj247).

  • 02/10/2020 Es ist alles bereits da

    Die Fülle, die mich umgibt, kann ich wieder dankbar wahrnehmen. Ich wünschte mir Vertraute in der Einsamkeit und ging einfach offen auf Einzelne zu. Menschen aus meinem Umfeld, mit denen ich mich verbunden fühle, sagte ich offen, was mich gerade bewegt. Was ich brauche. Was mir fehlt.

    Ich wünschte mir mehr Verständnis und erfuhr im Gespräch, dass Andere auch erleben oder erlebten, was in mir los ist. Oder jemanden kennen, der es erlebt oder erlebt hat.

    Ich wünsche mir mehr Raum zum Leben. Lebensraum, ein 4. Zimmer in gewohnter Umgebung. Ich sage es allen und habe nach dem zuvor Genannten die große Hoffnung, dass sich auch die größere Wohnung/ein Haus/ein Garten auftuen wird.

    In vollem Vertrauen in das Gute, was vor mir und meiner Familie liegt, gehe ich weiter. Nach einer langen Pause auf einer Bank am Kanal, gewärmt von der reichen Herbstsonne.

  • 30/09/2020 Mein Warum

    Wenn es um Erfolgsstorys im Business geht, so wird oft nach dem antreibenden Grund gefragt, der einen im positiven Sinn motiviert. „Was ist Dein Warum?“ – meines heißt Alice (*Name geändert zum Schutz der Hinterbliebenen).

    Gleicher Ort, ähnliche Lebens-Geschichten, vor vielen Jahren auf der Krankenhausstation für Menschen mit Depressionen, wo ich auch in diesem Sommer gewesen bin. Déja vu!

    Sie, Alice, schlank und mittelgroß eingehüllt in einer tollen, bunten weiten Strickjacke, geht mit einer Schale frisch gepulter Granatapfelkerne (vorher nimmt sie die Energie für diesen Extra-Aufwand?) durch den Essensraum. Dieses Bild hat sich in mein Gehirn eingebrannt – wie die Mona Lisa. Aber ohne Schutzglas davor. Nicht in Paris, sondern im nebligen November in Hamburg. Die Farbschichten bröckeln leicht. Es ist der erste Blick auf diesen weichen und doch energetischen Menschen. Am Ende wird sie tot sein. Nach einem Hin und Her zwischen Kliniken, Tagesklinik und Stationsaufenthalten hat Alice es nicht mehr ausgehalten. (( Vorsicht: TRIGGER)) Sich das Leben genommen. Noch heute sehe ich ihre Familie vor mir, die kleinere der zwei Töchter auf den Schultern des Papas freudig sitzend. Ich kannte ihn und seine kleinste Maus. Aus der Nachbarschaft. Das letzte Bild, das mein Gedächtnis von diesem Familienschicksal immer wieder hervor holt, ist der Papa mit der kleinen Maus auf den Schultern und zwei erwachsenen Freundinnen, die große Tochter mit zwei Freundinnen hinterher laufend Richtung Spielplatz. Es muss zeitlich der 2. oder 3. Todestag gewesen sein, den sie gemeinsam in der alten Umgebung (die Familie zog weg) verbrachten. Ein flüchtiger Blick zum Vater. Von ihm zu mir. Von mir zu ihm. Ich sehe zu meiner kleinen Familie. Wir gehen aneinander vorbei. Ich höre einen leisen Vorwurf, den es gar nicht gibt:„Wieso bist du noch hier, meine Frau aber nicht?“ . Das ist mein WARUM. Ich bleibe, lasse die Depression, die für 15% (ja, fünfzehn) der betroffenen Menschen tödlich endet, nicht gewinnen. Ich bleibe für mich, für mein Kind, meinen Mann, meine Eltern und Geschwister. Bleibe hier im Weltlichen, bei meinen Freunden. Und ich bleibe für Alice, die auch mir fehlt, und für ihre kleine Familie, die mit dieser unsagbar großen Lücke weitergeht. So wie ich. Stunde für Stunde, manchmal Tag für Tag und in guten Zeiten, wenn die Zeit wieder schneller läuft, Woche für Woche. Jahr für Jahr.

  • 30/09/2020 Einfach raus damit

    Gestern war ein guter Tag, der beste seit Langem.

    Das verdient einen eigenen Absatz wie ich finde.

    Jedem, dem ich begegnete und der mich fragte wie es mir ginge, antwortete ich ehrlich. Egal, ob Arzt, Nachbar oder Schulkind-Mutter. Es geht mir ok, ich habe Depressionen. Nicht zum ersten Mal, und ja, gerade geht es etwas besser. Und ich leitete einen Link von Nora Fieling zum Thema „11 Dinge, die Du über Depressionen wissen sollst“ an alle per WhatsApp weiter, für die es mir wichtig erschien. Und ich bekam Feedback. Unterstützung, auch Ablehnung. Aber viel Klarheit. Und Erleichterung. Ich musste nicht mehr so tun als sei alles super. Oder wie Kathrin Wessling mit Ihrem Buchtitel „Super und dir?“ (ISBN 9783548060217) ironisch, leicht sarkastisch antworten würde.

    Es wurde Energie in mir frei. Und ich erinnerte mich an die Zeilen von Lola Jones, die ich am Vortag gelesen hatte. Eine Empfehlung einer ebenfalls sehr wertvollen Freundin in meinem Leben, die selbst Coach ist. Und immer auf der Suche nach neuen Antworten zum Sinn des Lebens, zum kreativen Erschaffen und dem selbstbestimmten Gestalten des eigenen Lebensweges ist.

    Mache 10% und gebe den großen Rest an das Universum ab. Klingt Fabel-haft, leicht eso und scheint doch oder gerade zu funktionieren.

    Auch fuhr ich mit dem Fahrrad in der Herbstsonne an unserem Traumhaus vorbei. Hier eine 4-Zimmer Wohnung, am anderen Ende unserer Straße. Ein Bewohner parkte gerade sein Motorrad. Ich drehte mit dem Fahrrad einfach um (trotz warmem Mittagessen im Beutel) und fragte einfach nach. Es stellte sich heraus: alles Mietwohnungen (super), die alten Etagen wurden halbiert, also alles 3 Zimmer Wohnungen, 5!qm weniger als bei uns. Ärger? nein. Enttäuschung? Ein wenig. Glück? Ja, denn es gab die Gewissheit, dass wir hier in unserem Traumhaus unseren Traum gar nicht finden würden. Es sei denn zwei Parteien auf einer Etage ziehen gleichzeitig aus.

    Beschluss: Ich schreibe morgen die Online-Suchanzeige von uns auf Papier und hänge an ein schwarzes Brett in der Kirche nebenan. So echt mit Schreibgerät namens Füllfederhalter auf dickem Papier. Altmodische Methode in neuen Zeiten. Anders und vielleicht deswegen überraschend erfolgreich? Ich werde berichten. 6:30 Uhr Aufstehzeit, ich gehe duschen und wasche die Kopfschmerzen weg, die die Tablette Ibuprofen eben nicht gekillt hat.

    PS: Ich möchte wieder mit der Arbeit starten. Mit wenig Stunden, Gestern kam ein lockeres Angebot dazu im Anschluss in einem Café meines Nachbarns bei den Vorbereitungen zu helfen. Vielleicht gegen ein warmes Mittagessen im Tausch. Welch Geschenk durch ein offenes „Mir geht es nicht gut, ich werde erst langsam in den Job zurückkehren und suche einen sinnvollen Zeitvertreib“ – ein ehrlicher Satz und das Universum schenkt mir diese wertvolle Option inkl. Einladung zum Quatschen bei einem Vino. Danke!

    PPS: (schreibt „man“ das heute überhaupt noch?) mein Kind kommt ins Bad, sagt stolz und noch müde: „Ich bin im Dunkeln allein und langsam (mit Gipsarm) die Leiter vom Hochbett runter gekommen.“. 2 Minuten später höre ich wie im Kinderzimmer nebenan singend eine „kurze Runde Memorie-Spielen“ aufgebaut wird. „Ja, Schatz, aber wirklich nur eine Runde und dann anziehen“, antworte ich. Es wird ein Unentschieden – besser ging es nicht.
    Nachtrag (und nein, dies wird kein Format à la Instagram Leben in Echtzeit ähh Photogeshopten nachgeliefert mit 23 Stunden Delay und als Kampagne verpackt) es ist 7:40 Uhr. Ich bin geduscht mit Haare waschen und föhnen, habe das Schulbrot fertig, das Frühstück gemacht und den Kaffee macht gerade mein Mann. Ich habe mich angezogen, ein richtig überlegtes Outfit sogar. Habe den Müll runter gebracht (extra Runde, weil jetzt Schminken dran ist – den zweiten Tag in Folge), habe einen netten Smalltalk mit meinem Nachbarn gehalten. Der Nachmittags-Rucksack fürs Kind ist vorbereitet und ich habe beim Frühstück geholfen, das Ernährungstagebuch für den Sachunterricht auszufüllen. Und vielleicht habe ich sogar noch eine Kleinigkeit vergessen, die in all dem, was HEUTE und JETZT gerade wieder alles möglich ist. An alle die gerade denken „Wow, ich komme gerade mal aus dem Bett um aufs Klo zu gehen oder in die Küche, um was zu trinken!“: Gebt niemals auf! Es kann in 48 Stunden schon wieder ein Schritt vorwärts gegeben haben und den übernächsten schon erahnen lassen. Es lohnt sich zu kämpfen. Mit jedem neuen Morgen – für das Leben.

  • 30/09/2020 Health Kalender

    Es gibt eine Kategorie in meinem Kalender. Sie heißt Heath, ist grün und wird immer reaktiviert, wenn ich eine schlechte Phase habe. Warum eigentlich nur dann?, frage ich mich gerade. Um 6:00 Uhr morgens lesend auf dem Sofa, weil ich seit 1,5 Stunden nicht mehr schlafen kann. Tja, ein Abend-Medikament ganz ausgeschlichen sag ich dazu nur.

    Ich trage ein: Health Termin heute am Nachmittag: Selbstliebe Gehmeditation von Laura Malina Seiler um den Teich/Mini-Stadtsee und Buch, denn es gibt dort ein kleines Holzhäuschen-Café sowie ein Steg am Wasser.

    Schwups denke ich an eine tolle, frühere Kollegin, der ich mal schreiben werde. Sie wollte damals eine ähnliche Location am Stadtsee übernehmen. Daraus wurde nichts, dafür geschah tolles Anderes.

    Der Termin passt, weil meine Tochter eine Freundin an diesem Stück Wasser im Grünen besucht, sie haben einen Garten. Eine von nur zweien im Freundeskreis mit diesem Luxus. Denn drinnen wohnt ein Kater. Das ist nicht kompatibel mit der Katzenhaarallergie meines Kindes. So nützen wir im Sommer den Garten und im Winter kommt die Freundin zu uns zu Besuch.

    … mehr davon, von diesen dankbaren Augenblicken, die ich voller Vorfreude wieder planen und so erst selbst erschaffen kann. Mehr von „Terminen“ dieser Kategorie, die nur meiner mentalen und körperlichen Gesundheit gelten. Auch und eben nicht nur in schwierigen Episoden, sondern immer als Lebensgrundsatz, als Geschenk an mich selbst. Schlagwort: Selbstwert, Selbstliebe und Selbstfürsorge.