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  • 12/08/2021 Sunflowers

    Walking by a flower shop, we saw sunflowers named after our sky child. We brought them home, found a sunny place at the window. Within days, one after another dried out. This was the best that could have happened.

    Chosen with love, brought to a warm home, cared for with sun and water, but dying within days. This was a perfect gift to remember and to be present in grief, 9 years after the loss of our first born child.

  • 08/08/2021 Szene

    Sie steht in diesem großen Raum. Eine Ausstellungshalle, drei Zimmer reihen sich hintereinander auf. Je tiefer sie hinein schreitet, desto dunkler wird ihr Umgebung. Sie fügt Gesprächsfetzen aneinander, bleibt stehen, wenn Schüler ihren Lehrern folgen. Es scheint, als würde jeder Einzelne an einer individuellen Antwort in Farbe, Ton oder Photolicht arbeiten. Sie selbst fühlt sich beim Betrachten der Arbeiten verloren. Auf der Suche nach einer eigenen Idee erscheint ihr ein längst verstorbener Freund. Die Weite der Halle wird von einem warmen Licht erfüllt. Inmitten dieser Szene schläft sie ein.

    In ihrem Traum ist sie von einem immer währenden Duell im Spiel mit einer Konkurrentin erschöpft. Ein anschwellendes Krankheitsgefühl steigt auf, sie flüchtet über einen See ans andere Ufer, in das Bild einer dörflichen Idylle. Als willkommener Gast im Garten ist sie plötzlich Schülerin der weisen Generation, kocht Marmeladen ein, erfährt von gehüteten Rezepten. Sie wacht auf.

    Es braucht lange Minuten, bis sie den Traum von der morgendlichen Realität abgrenzen kann. Sie verweilt in den Erinnerungen an existierende Personen aus diesem in der Nacht erfundenen Kontext. Die Suche nach logischen Verbindungen und versteckten Botschaften hält an.

  • 02/08/2021 Neues Vertrauen

    Man nennt sie A/B-Tests. Es werden zwei unterschiedliche Varianten eines Newsletters an Auswahlgruppen gesendet. Der Erfolgreichere geht dann an alle übrigen Empfänger. Nach diesem Marketing-Vorbild teste ich meine Reaktion. Kürzlich verlor ich eine Strickjacke auf dem Weg zum Skateplatz. Reaktion A – Wut auf mich, sofort den Weg absuchen, Kind enttäuscht. Wie fühlt es sich an? Reaktion B – Annehmen was ist, darauf vertrauen, dass die Jacke auf dem Rückweg wartet, zufriedenes Kind nach 1,5 Stunden skaten. Ich entschied mich für B und wurde nicht enttäuscht. Und darin lag der Zauber: annehmen und vertrauen war das Gegenteil von meinem gewohnten Verhalten nach solch einem Malheur. Es tat gut nicht in die Wut zu gehen und alles darin schlechter zu färben. Es tat gut, die Kontrolle über meine Reaktion zu haben. Es ist eine Entscheidung, immer. Hier erlaube ich mir, andere Möglichkeiten zu sehen und zu wählen. Ich bin ins Vertrauen gegangen. Klar, die Strickjacke hätte auch verloren sein können. Dann hätte wenigstens der Nachmittag beim Skaten stattgefunden.

    Wer einmal erlebt hat wie das Urvertrauen erschüttert wurde, weil nichts mehr sicher war, der weiß, wie wichtig Neues Vertrauen ist. Kleine Momente wie diese speichern sich positiv ab und sind abrufbar, wenn sich neue Situationen auftun. Ich stehe gerade vor einer riesengroßen Entscheidung und bin dankbar für alle positiven Beispiele, in denen ich Mut hatte, ins Vertrauen zu gehen. Entschlossen gehe ich die nächsten Schritte in dieser Frage.

  • 18/07/2021 Leichter

    Nach dem Aufräumen blicke ich voller Zufriedenheit auf die frei gewordenen Qubikzentimeter. Beim Ausmisten sehe ich diese als prall gefüllten Beutel sogar vor mir. Das Gefühl, dass sich einstellt, ist das Gefühl von Leichtigkeit. Danach suche ich gerade immer mehr. Es ist mir ein Vergnügen Sträucher und Blumen von welken Blättern zu befreien. Als würde ich eine gewisse Ordnung wieder herstellen. Beim Gedanken an die halb vollen Kartons im Keller juckt es mir in den Fingern. Doch das kommt nach dem Urlaub. Wenn ich unterwegs im Reisekoffer feststelle, noch nicht einmal alle Outfits zu brauchen, kommt mir der Gedanke, meinen Kleiderschrank erneut durchzusehen.

    Doch woher kommt diese Suche nach Leichtigkeit und Ordnung? Es ist der Wunsch, mit leichterem Gepäck noch vorne zu gehen. Ich möchte die Last meiner schwersten Wochen nicht vergessen, wohl aber die Schwere abschütteln. Ich sehe in eine Vision voller Wachstum und neu gewonnener Stärke. Zwar möchte ich die Dunkelheit nicht ausblenden wie ein übersprungenes Kapitel, doch ich möchte auch nicht ständig an sie erinnert werden. Es gehört zu jeder chronischen Krankheit dazu, dass man sich vor einem neuen Schub, einem neuen Tief fürchtet. In meinem Fall gibt es ein Medikament, dass mich davor bewahrt. Ich darf darauf vertrauen, dass es hell weitergeht. Die Angst folglich loslassen ist ein realistischer Wunsch.
    Ich denke, hier liegt der Kern meines Bedürfnisses nach leichtem Gepäck. Was hinter mir liegt bleibt. Es reicht an existentiellen Erlebnissen für drei Leben. Um genau zu sein: es sind vier Tode, die ich dank moderner Medizin übersprungen habe. Das reicht wirklich. Da wünsche ich mir einen unspektakulären Abgang in meinen Neunzigern, so altersbedingt und ohne Leid. Und bis dahin möchte ich das Leichte weiter suchen und finden.

    Wenn ich durch die Räume streife, tanzt das Licht durch die Blätter auf den Eichenboden. Der Boden wirkt luftig und hell, gleichermaßen trägt er mich sicher. Ein solches Bild steht für meine Suche. Dazu gehört es, sich auf alles einzulassen, was kommt.

  • 10/07/2021 Referenzen

    Wer kennt es nicht? “Vergleiche ich heute mit meinem Sein vor einem Jahr, dann … “. Oftmals halte ich gedanklich in besonderen Situationen inne, um mich später besser erinnern zu können. Diese selbst geschaffenen Referenzen hole ich dann hervor und gleiche ab. Was hat sich verändert, was ist leichter, was schwieriger?

    Vor einem Jahr um diese Zeit hatte ich den ersten Krankenhausaufenthalt gerade hinter und den nächsten noch vor mir. Vieles zieht als alte Fotografie an mir vorbei. Ich sehe mich darin ohne mich zu fühlen. Zu schwer wiegt die ertragene Last auf mir. Vor einem Jahr war Zeit so zäh wie Dali Uhren malte. Heute freue ich mich über freie Zeit zum Lesen und Schreiben. Wie fühlt es sich an wieder Visionen auszulegen? Wie war es damals, als alles offen zu sein schien? Und wie stand ich innerlich still, als andere mich nach meinen Zielen fragten?
    Der größte Unterschied ist, dass ich heute andere in meine Vision einbinde. Längst habe ich die Illusion losgelassen, alles allein tragen zu müssen. Zu großen Entscheidungen gehören ebenso Zweifel, die gehört werden wollen. Im Erzählfluss meldet sich die Intuition und weist in die neue Richtung. Alles, was meine Initiative stärkt, ist willkommen.

  • 06/07/2021 Becoming

    When I lay here. We invent stories written by the clouds above us. I see the shades of blue meet the horizon. We run slowly into the cold sea, soft waves around us.

    This moment is becoming a memory for both of us. Right here, on a summer day. Feet in the sand, minds decluttered from daily life. Far away from routines, we expand time. Just here at the beach. Where other’s’ talks enrich the air, we become silent.

  • 30/06/2021 Ruhe

    Es sind die fehlenden Geräusche, wenn ich endlich in Ruhe mein Buch weiterlese. Zwei Stunden später bemerke ich, heute fast ausschließlich über mich nachgedacht zu haben statt für Andere zu sorgen. Eine gewisse Leere macht sich breit, ganz so als hätte ich verlernt in Ruhe sein zu können. Wenn die Arbeit getan ist und das Kind in den Ferien ohne Eltern, macht sich ein leerer Raum auf. Wie ein unbenutztes Hotelbett am Nachmittag. Ich klopfe, gehe vorsichtig hinein und stelle fest, allein zu sein. Mehr noch meine ich, niemand bemerke meine einsame Existenz. Im nächsten Moment freue ich mich über genau diese Situation, denn in wenigen Tagen wird es schon wieder laut und voll in meinen Tagen sein. Und dann werde ich über jede halbe Stunde in dem Raum meines Ichs, den ich selten so bewusst besuche, froh sein.

  • 24/06/2021 With my eyes

    I see the ocean in front of me. A clear blue surface, white foam is crawling towards the beach. I see my feet sinking into the sand.

    What I do not see is the long distance the water came to me. What I cannot see is its depth.

    Whenever you describe a situation from your own perspective, be aware, that this is only one possible way out of many. You never know where another person comes from, you will not see the deepness of the spoken words.

  • 23/06/2021 Irrglaube

    Ein Kleinkind, das seine Augen hinter seinen eigenen Händen versteckt, glaubt, unsichtbar zu sein. Ein Erwachsener, der seine Augen hinter einer Sonnenbrille versteckt, glaubt, nicht gesehen zu werden. Das Gegenteil ist der Fall. Vor allem, wenn der Himmel von Wolken verhängt ist, wenn niemand sonst im Radius von 500 Metern eine trägt und die Körpersprache umso deutlicher sagt: hier fühlt sich jemand unwohl. Fehl am Platz. Unsicherheit in jeder Bewegung, ruckartige Kopfbewegungen, angestrengt. Eine Aura der Ablehnung wabert in Richtungen, erzeugt Reaktionen.

    Szenenwechsel. Einblicke in die Gedankenwelt meines Gegenübers. Verletzlichkeit und Schwere schwingen bei jedem Satz mit. Die Stimme wirkt zerbrechlich, an den Wortenden leicht schrill, erstickt von einem gestellten Lachen. Das Gesagte weckt meine Empathie, aufbauende Worte verlassen meinen Mund, um etwas von der Last des Gelebten aufzufangen. In den Augen zeigen sich Emotionen. Echte Gefühle unter der perfekten, heilen und inszenierten Welt. Ich erkenne mich in Teilen wieder und erkenne gleichzeitig die gesteigerte Intensität beim Gegenüber. Mir kommt der Gedanke, dass der Mensch den Austausch mit anderen braucht. Ich sehe, was passiert, wenn jemand das offene Reden verlernt hat…

    ..und wohin es führt, wenn das Schweigen lauter wird, als das von Hypothesen verworrene Selbstgespräch hinter den schwarzen Gläsern der Sonnenbrille.

  • 17/06/2021 Tagtraum

    Lauwarme Luft verfängt sich zwischen Stoff und Haut. Ich höre Vögel, einige leise, andere schrill. Der Straßenlärm webt einen brummenden Klangteppich, dumpf und weit entfernt. Ein Windhauch trägt meinen Gedanken fort, sacht wiegt mich die Hängematte über dem Boden. Leicht fällt das Träumen hier an diesem besonderen Ort.

  • 07/06/2021 Routinen

    Auf der Suche nach Sicherheit helfen mir Routinen. Der programmierte Ablauf bekannter Tätigkeiten wird abgerufen mit vorhersehbarem Output. Das Denken entfällt nahezu und im Ergebnis wartet das Geschenk, etwas geschafft zu haben. Egal ob Wäsche waschen und einräumen oder eine Runde im Park drehen.

    Wann immer das Gefühl kommt, man würde nichts mehr hinbekommen, hilft es klein zu denken und nach hohen Erfolgschancen zu schauen.

  • 04/06/2021 Abschied

    Alle Beiträge bin ich durchgegangen, um sicher zu sein, dass es den Titel „Abschied“ hier noch nicht gibt. Überraschend, wo Leben und Tod besprochen werden.
    Gestern stand ich an einem Grab. Bei Sonnenschein glich es eher einem kleinen Garten voller Blüten. Vor einem Jahr war der Ehemann voran gegangen, nun sind sie wieder vereint. Ein tröstendes Bild für mich und alle, die da waren, um Abschied zu nehmen in dieser kleinen Kapelle am Meer.
    Wie kleine Kurzfilme zogen meine Kindheitserinnerungen an mir vorbei. Im großen Garten, im noch größeren Schloss, in dem 2. Zuhause hier an der Nordsee. Es sind diese Momente, die in den Nachfahren weiter existieren und als Erzählungen weitergegeben werden. Die feinsten immateriellen Güter aus Liebe, Großherzigkeit und Anteilnahme.

    Glück entsteht durch Dankbarkeit und das Teilen mit Anderen.

  • 09/05/2021 Für alle

    Muttertag wie Vatertag. Warum nicht ein Elterntag? Onkel-/Tantentag? Warum alt Bekanntes nicht neu denken? Irgendwie zeitgemäßer. Meine Großtante, die selbst gerne Mutter gewesen wäre, ist gerade gestorben. Aus meiner Kindperspektive hätte ich sie gerne mit einem Bild zum Tantentag beschenkt. Und selbst wünschte ich man würde heute meine beiden Kinder bedenken, anstatt nur das Lebende. Wie ist es erst für Eltern von Sternenkindern, die kein Folgekind bekommen haben? Also nicht für alle sichtbar Eltern sind. Und wenn ein Kind zwei Väter bzw. Mütter hat, feiert es dann Mutter- und Vatertag oder Letzteres einfach doppelt? Was tun Eltern, deren Kind vermisst wird, an diesen Feiertagen? Oder Eltern, die auf der Krankenstation am Kinderbett bangen?
    Symbolisch denke ich ich heute an all diese Eltern. Mit Wärme, Empathie und Trost. Wo auch immer ihr gerade seid und mitlest.

    Denn all diese unterschiedlichen Bilder von Muttersein/Vatersein gehören dazu. Nur werden diese kaum gezeigt. Genau darum geht es: sich zeigen. Dort wo die Kraft kaum zum Aushalten der Gegenwart reicht, fehlt es an Energie, um den Scheinwerfer auf sich zu richten. Die Einsamkeit in der Ausnahme verstärkt sich selbst. Aus diesem Grund gibt es häufig Elterninitiativen und aus eigener Erfahrung selbst gegründete Vereine. Um die Kräfte zu Bündeln und sichtbar zu werden. Wenn aus dem gegenseitigen Verständnis heraus Hilfe für Andere wächst, hilft es am Ende allen.

  • 03/05/2021 Konzentrat

    Wenn alles eines ganzen Tages in die vielen Viertelstunden gepresst wird, verliert sich die Freude am Sein unmittelbar. Am Ende eines eben solchen Tages stelle ich fest, dass es mir besonders dort nicht gefällt, wo die Fremdbestimmung mich steuert. Also dann, wenn es im Job minuziöse Erwartungen gibt oder die unerledigten Schulaufgaben nach 19 Uhr erledigt werden müssen.

    Nun wird beides auch morgen erneut auf dem Plan stehen. Was also tun, wenn Unangenehmes sich gnadenlos wiederholt? Schließlich möchte ich mich besser fühlen als heute. Haltung bewahren und dem Satz folgen „Konzentriere dich auf die Dinge, die du beeinflussen kannst.“.

    Ich werde morgen zum Markt fahren und Kräuter für den Garten kaufen. Und mein Lieblingsbrot. An solch einem Start in den Tag kann ich mich immer erfreuen. Statt mich durch den Vormittag gescheucht zu fühlen, werde ich Tempo rausnehmen müssen. Eine Pause einbauen.

    Wenn die Aufgaben voran galoppieren braucht es hin und wieder einen Parkbucht zur Orientierung. Und die Frage, wer hier eigentlich auf dem Gaspedal sitzt. Denn kaum etwas ist frustrierender als die Frage „Wie um alles in der Welt bin ich nur hierhin gekommen?“ ehrlich zu stellen und reflektiert zu beantworten.

    Ich kann daher jedem, der Orientierung im eigenen Leben sucht, zu einer Pause raten. Ganz so als wäre man in einer fremden Stadt gerade vom Flughafen in die City gefahren. Die Rolltreppe steigt auf und ich sehe … blauen Himmel, Wolkenkratzer, Downtown New York. Oder Paddington Station, London, ich ziehe meinen Trolley bergauf hinter mir her hinein in die Menschenmenge. Fähranleger, ich gehe über die Metallbrücke an einem sonnigen Morgen auf Lantau Island, dem Grossstadtdschungel Hongkongs entflohen. Nehmt irgendeine vergleichbare Erinnerung, die euch in den Sinn kommt. Verbindet euch mit dem Gefühl. Was seht ihr? Und jetzt fahrt ihr in euer Leben, ganz unbedarft und schaut euch um. Was seht ihr? Wen seht ihr? Wo entsteht Unbehagen, wo Wärme und Licht? Sei einfach mal Gast in deinem eigenen Leben und schaue, was alles da ist. Erkenne, was fehlt und wo es besser sein könnte.

    Letzter Schritt: Leere Fläche. Vor über zehn Jahren stieg ich auf einen view Point in der Hafencity und hörte von Bauplänen, Straßen und Gebäuden. Heute steht dieser Turm mitten im Neuen statt auf Brachland. Was würdest du erschaffen, wenn du von Null beginnen könntest?

  • 24/04/2021 Veränderung

    Warum halten wir so oft an dem Altbekannten fest? Im Irrglauben so sicherer zu sein? Weil wir wissen was uns erwartet? Das Leben fragt nicht nach dem Gestern. Einzig und allein meine gleichen Entscheidungen machen das Morgen so gewohnt und vergleichbar. Was passiert also, wenn ich mich morgenfrüh für einen anderen Weg zur Arbeit entscheide, für einen anderen Supermarkt und einen Spaziergang in einem anderen Viertel als meinem? Ich bin überzeugt, dass dies kleine Übungen sind für große Veränderungen. Wenn ich flexibler denke und handle so traue ich mir auch grundsätzlichere Kurskorrekturen zu. Einfach mal zuhören, als seine vorgeformte Meinung entgegen zu setzen, einfach mal was Neues nach Rezept kochen oder wirklich mal pünktlich Feierabend machen. Um dann alleine ein Eis auf dem Weg zu essen. Einfach so.