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  • 15/04/2021 Erfüllung

    Es ist ein Gefühl, eine Stimmung, eine Stimme in mir, die sagt: ja, so habe ich mir das herbei gewünscht. Jetzt ist es real.

    Die letzten Kisten wollen noch entpackt und die alte Wohnung übergabefertig gemacht werden. Die neusten Lampen warten darauf, angebracht zu werden. Und ich hoffe, noch im Mai etwas im Garten pflanzen zu können. Es ist noch nicht fertig, doch das braucht es auch nicht. Denn der Weg hierhin war eine Aneinanderreihung einzelner Teilschritte. Nach vorne ebenso wie rückwärts. So ist auch die Entwicklung zum Gefühl „Neues Zuhause“ ein Prozess. Es hat mir in diesen begrenzenden Zeiten sehr gut getan, eine Vision von einem schönen Morgen zu gestalten. Vor meinem inneren Auge. In meinem Gefühl im Bauch. Diese Haltung möchte ich mir bewahren. Dazu braucht es kein großes Projekt wie einen Umzug. Vielleicht ist es der Anblick einer selbst gezogenen Pflanze. Oder ein neues, selbst gemaltes Bild. Oder das nächste Kapitel meines Buches.

    Retrospektiv klingt es vielleicht leichtgängiger, als es in Wirklichkeit war. Manchmal war es zäh wie täglich 15 Minuten in der Impf-Hotline. Und das eine Woche lang bis zum offiziellen Impftermin. Etwa so schwer wie die letzten 10 Umzugskartons 3 Tage nach dem Umzug, die ich eigentlich jetzt leeren wollte. Was ich damit sagen will: meist läuft es nicht alles super einfach oder grausig kräftezehrend. Meist ist es ein leichtes Auf-und-Ab um einen Mittelwert. Daher lohnt es sich, die Angst vor den Extremen loszulassen und anzufangen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich auch vieles erst auf dem Weg ergibt.

    Die zuletzt angeschaffte Lampe schafft es überraschenderweise nicht in die neue Wohnung. Die älteste, eine Industrielampe mit Lackplatzern aus einer alten Fabrik, schon. Für das Sofa, das ersetzt werden sollte, findet sich nach einer Stunde im Möbelhaus keine adäquate Lösung. Anders als geplant und doch alles in Ordnung wie es ist. Oft reicht es, sich auf Neues einzulassen, aufgeschlossen in die Welt zu blicken und ein wenig mehr Vertrauen zu haben. Das ist nicht für jeden gleich möglich. Zugegebenermaßen machen es die pandemischen Umstände nicht einfacher. Oder gerade doch? Wir alle sind so sehr auf uns zurück geworfen wie lange nicht. All die vielen Ablenkungen, gemeinschaftliches Erleben und die rasende Geschwindigkeit aller Leben sind pausiert. Wenn ich im Außen kaum Möglichkeiten habe, mich zu beschäftigen, fällt unweigerlich der Blick nach innen. Folgende Fragen finde ich besonders hilfreich: Was vermisse ich wirklich von dem, was gerade nicht geht? Worauf kann ich gerne auch weiterhin verzichten? Was habe ich zuvor nur anderen zuliebe gemacht? Wo habe ich auch etwas dazu gewonnen?

  • 05/04/2021 Im Wechsel

    Von der alten zur neuen Wohnung. Im Wechsel, sogar mehrfach am Tag. In den kommenden Tagen werde ich noch zwei Wohnungsschlüssel bei mir tragen. Im Wechsel trifft auch das heutige Wetter von Wolken über Sonne bis Hagel und Schnee im Sturm. Vom Alten ins Neue gehen heißt auch, etwas zurück zu lassen. Es ist das Gefühl der Vertrautheit, der Sicherheit, das sich erst wieder neu bilden wird.

    Hier habe ich so viel erlebt. Essen mit Freunden, meine Schwangerschaften, laue Abende auf dem Balkon. Ein Jahrzehnt meines Lebens.

    Wenn die Entscheidung zur Veränderung mit Bedacht fällt, so fügt sich ein Schritt nach dem anderen in das erträumte Bild von der Zukunft. Wie so oft sind es die ersten Schritte, die am meisten Energie verbrauchen. Bald fließt es schon selbständig voran. Das Ziel markiert die Richtung, der Weg dorthin entsteht im Gehen.

    Große Entscheidungen brauchen vielleicht mehr Schritte. Die Angst vor ihnen ist jedoch meist überzogen. Wichtig ist die Verbindung zum Inneren. Wenn ich hier synchron mit meinem Ziel bin, ergibt sich das meiste intuitiv. Wohin machst du dich auf den Weg?

  • 02/04/2021 Neue Wände

    Ich laufe die Meter auf dem neuen Fußboden ab. Wunderschönes, geöltes Eichenholz. Nur so kann ich die Dimensionen der neuen Wände begreifen. Ich freue mich schon, im Sommer barfuß auf dem warmen Holz ins Grüne zu laufen. Die Wohnung ist in drei Bereiche unterteilt. Die offene Küche in der Mitte verbindet die beiden Flügel. Im Eingang steht eine Säule, zur Decke mit Stuck verziert. Hier komme ich an. Gedanklich bringe ich allerlei Dinge in den Einbauten unter, ein Schrank hat seinen Platz noch nicht gefunden. Und der neu bestellte ist zu groß und wieder nun wieder abbestellt.

    Der Grundstein des Hauses wurde 1895 gelegt.
    Viele Leben wurden hier gelebt. Die Nachbarn, denen wir bisher begegnet sind, sind sehr freundlich. Es verspricht eine gute Gemeinschaft in diesen Mauern zu sein. Viele Parteien sind es nicht. Und so präge ich mir neue Namen und Gesichter ein.

    Wochenlang war ich fast täglich vorbeigefahren. Von außen schaute ich einige Sekunden auf die zwei Fenster im Erdgeschoss. Heute schaute ich erstmals von Innen hinaus, öffnete die Fenster und fühlte ein Stück angekommen zu sein. Mit jedem Umzugstag wird es weiter wachsen, bis es das echte Zuhause sein wird. Ich zähle die kommenden Nächte in der alten Wohnung. Ich hörte der Traum der ersten Nacht im neuen Zuhause würde in Erfüllung gehen. Ich bin gespannt, welcher es sein wird.

  • 27/03/2021 Wieder gefangen

    48 Stunden später relativiert sich der Drang nach Aktionismus. Die Emotion ist verebbt, die Relevanz verblasst und die Ruhe in mir wieder mein Anker. Ganz so als hätte ein Pendel ausgeschlagen, das mich seine Unwucht hat spüren lassen, um nun wieder in seiner Mitte angekommen sagen zu wollen: es ist vorüber. Manchmal reicht also das Beobachten der eigenen Gedanken und verknüpften Emotionen als Auseinandersetzung aus. Keine Lösung oder Strategie. Reines Hindurchgehen, mitschwingen und vorüber ziehen lassen. Das Gegenteil von verharren, festbeißen und dem Gieren nach Veränderung und dem Äußern von lautem Protest.
    Statt innere Dialoge gegen die Ungerechtigkeiten im Außen zu führen wählte ich den Rückzug in meine Mitte. Dort, wo Geist und Herz zusammenkommen in ihrer häufigen Gegensetzlichkeit. Dort habe ich mich hingesetzt, getragen von einem weißen Nichts. Ich las in meinen eigenen Gedanken wie in einem Buch und fragte den Bauch, was er denn dazu sagt. Mal wurde mir das Herz ein wenig schwer. Dann legte ich mich hin, um den Schwindel zu beruhigen. Ich blieb im Moment, frei von meinem Umfeld, und sah die Verletzung, die unbedachte Worte verursacht hatten. Ich entschied mich, den Worten Anderer keine Macht zu geben, mich verletzten zu können. Ich hab diese Worte also zurück gegeben und fühlte mich augenblicklich leichter. Ich stand auf und ging auf dem weißen Nichts voran.

  • 25/03/2021 Wanken

    Ich wanke zwischen Gelassenheit und dem Wunsch nach Verbesserung…

  • 23/03/2021 Erwartungen

    Ich war am Meer. Übers Wochenende habe ich mich vom Wind durchpusten lassen, Horizont gesehen und die eingetrampelten Pfade des Alltags in der Stadt gelassen. Die Zeit vergeht für mich dort nur halb so schnell, ich finde die Ruhe in mir wieder, wenn um mich herum einfach mal nichts ist. Erholt startete ich in eine neue Woche, mit neuem Gipfel und alten Regeln und einigen Fragezeichen. Der Übergabetermin für die Wohnung fällt nun auf einen „Ruhetag“. Am ersten Wochenende mit Vorbereitungen und eventuellen Spontanbesuchen im Baumarkt muss nun vorab alles erledigt sein. Und die Reisebestätigung irritiert mehr, als dass sie hoffen lässt. Schließlich wurde bis Mitte April alles storniert. Da erwarte ich wenige Tage später keinen Kurswechsel. Selten waren Erwartungen und Möglichkeiten so sehr auseinander.

    Vor meinem inneren Auge habe ich den Kräutergarten schon angelegt, den Frühling begrüßt und einen Abend mit Restaurant-/ oder Kinobesuch geplant. Doch darf ich das bald erwarten, wo doch die dritte Welle der Pandemie über uns rollt? Mir machen diese positiven Zukunftsbilder Hoffnung. Ebenso geben sie Zuversicht. Diese Zeit wird wieder kommen, wir wissen nur nicht wann oder wie oft sie noch auf später verschoben werden wird. Seit einer Woche erwarte ich, dass der wöchentliche Schnelltest an Schulen startet. Der Tag wird kommen – irgendwann in den nächsten Tagen. Bleibt zu hoffen, dass die Kohorte in der ersten Runde komplett negativ ausfällt.

    Entscheidung im Umfeld von Ungewissheit- so oder so ähnlich habe ich es im Studium erläutert bekommen. Von Wahrscheinlichkeit und Szenarien ist dann die Rede. Wie also voran gehen und planen, wenn selbst eine minimale Erwartungshaltung nicht belastbar ist? Ich bin überzeugt, dass sich viele diese Frage gerade stellen. Die Antwort lautet TROTZDEM. Ich habe meine Vision, eine Idee davon wie ich dort hingehe und mache es. Ja, ich bin anpassungsfähig, wenn es anders kommt als geplant. Doch ich gehe meinen Weg weiter. Denn mein Kompass ist weiterhin in Betrieb, ich weiß, was mir wichtig ist und richte mich danach aus. Stillstand ist keine Alternative. Ich erwarte, dass es gut werden wird, ohne zu wissen wie es kommen wird. Solange der Kompass funktioniert, sehe ich einen Weg vor mir. Und meine Vision wird in 5 Jahren sicher nicht fragen, warum ich sie im Mantel der Düsterkeit verloren hätte, damals in der Pandemie.

  • 17/03/2021 Unsicherheit

    Föderalismus hat sein Gutes. Doch während sich Deutschland von Gipfel zu Gipfel hangelt, um sich dann doch nur vielleicht an die Absätze allgemeingültiger Regeln zu haltet, nähert sich das Schauspiel selbst einem Gipfel. Letzte Woche war ich froh, das mein Vater einen Impftermin bekommen hatte. In einem anderen Bundesland in der Prioritätsgruppe 2. Der war gestern- eigentlich. Seit 7 Tagen klicke ich in Hamburg mehrmals täglich auf den Aktualisierungsbutton. Impfberechtigt bin ich, ebenfalls in der Gruppe 2. Doch nichts tut sich. Seit dem Einfrieren von AstraZeneca erst recht nicht.

    Letzte Woche noch war ich bei der Impfthematik optimistisch gewesen, heute ernüchtert.

    Neidisch schaue ich auf die Länder mit hoher Impfquote. Und da ist noch eine Seite, die ich mehrmals am Tag auf Neuigkeiten prüfe. Wird der Urlaub im Mai vom Veranstalter abgesagt oder nicht? Bisher reicht der Stornozeitraum bis Mitte April. Für mich ist diese Abhängigkeit von anderen bei solch essenziellen Themen neu. Ich bin es gewohnt, Entscheidungen selbständig zu treffen. Fahre ich in das verlängerte Wochenende? Kaufe ich mir ein Flugticket? Investiere ich in Aktien oder Anleihen?

    Ich werde weiterhin die Reiter meines Browser fleißig reloaden. In der Hoffnung auf Neuigkeiten. Inzwischen ist mir fast egal in welche Richtung. Hauptsache Klarheit trotz der unsicheren Zeiten, in denen wir gerade leben.

  • 03/03/2021 Eine neue Welt

    Mit den letzten Monaten wurde das Feld zur Gestaltung des eigenen Lebens immer kleiner, die Wege kürzer. Es braucht Kreativität, um die Tage untereinander unterscheiden zu können. Mal weicht der Arbeitsweg vom Bekannten ab, mal kauft man in einem anderen Supermarkt ein und schlendert durch das Nachbarviertel. Sonst würde die Freude in der Eintönigkeit des Alltäglichen versinken.

    Größte anstehende Veränderung für mich wird der Umzug sein. Zwar bleiben die meisten Fixpunkte gleich, das Wohngefühl wird jedoch ein ganz neues sein. Neue Räume füllen, Bewährtes platzieren und das Neue genießen. Die Wandfarbe ist bestellt, der Umzugswagen auch. Wann soll was in die neuen vier Wände und wem muss ich am Ende alles die neue Adresse mitteilen? Viele kleine Teilschritte sind zu bedenken. In Zeiten von Corona umziehen? Würde nicht jeder machen. Für uns war es die Chance bei weniger Wettbewerb den Zuschlag zu bekommen. Und wir haben Zeit. Und keine FOMO. Ist ja eh nicht viel zu unternehmen.

  • 19/02/2021 Symptome

    Die Gesellschaften der Welt leiden unter Corona und den Auswirkungen auf das Leben als Individuum und als Gruppe. Erste Symptome sind zu beobachten. Einsamkeit, Depressionen, Überforderung, Angststörungen, Suizide. Existentielle Sorgen, Perspektivlosigkeit, Mehrfachbelastungen im Alltag. Bei jedem ist das Ausmaß individuell, es gibt hierfür keinen Beipackzettel mit Allgemeingültigkeit.

    Wie also umgehen mit den Auswirkungen dieser Pandemie? Ich wage einen Vergleich. Aktuell leide ich unter Absetzsymptomen. Ein Medikament weniger, meinem Organismus wird eine Substanz entzogen, die geholfen hat, doch nichts für eine Daueranwendung ist. Mit dem Versatz um eine Woche begann es mit unkoordinierten Muskelzuckungen in der rechten Körperhälfte. Eine Woche später wachte ich immer zwei Stunden zu früh auf und bekam Kopfschmerzen. Schon nachmittags war ich erschöpft vom Tag, es brauchte beruhigende Worte an mich selbst die Schlafstörung nicht zu dramatisieren. Es brauchte Kraft, um die entstandene Dysbalance auszugleichen. Ähnlich würde ich es bei den Corona-Folgen beschreiben. Mit einem Unterschied: Ich weiß laut Beipackzettel, dass dieser Zustand nach der dritten Woche für gewöhnlich beendet ist. Alle Entzugserscheinungen verflogen. Eine Perspektive mit der ich arbeiten kann. Und genau diese fehlt der Welt beim Ausblick auf die kommenden Wochen und Monate. Zudem heißt es, die alte Normalität würde es nie wieder geben. Ergo braucht es die Anpassung an das Neue – irgendwann in der Zukunft.

  • 12/02/2021 Ernten

    Lange Zeit habe ich mir vieles erhofft, gewünscht und erarbeitet. Aus Ideen wurden konkrete Handlungen, aus Wünschen wurde Realität. Dort, wo ich einiges bewusst losgelassen habe, entstand neuer Raum zum Atmen und Gestalten. Toxische Verbindungen zehren nicht mehr in Form von Enttäuschung oder Negativität an mir. Ich sehe Bewegung, wo vorher Starre gewesen ist. Aus Angst vor dem Neuen, aus Sorge, dem was kommt, nicht gewachsen zu sein.

    Dabei habe ich für mich erkannt, dass die Schwere dann entsteht, wenn wir das große ganze finale Bild vor uns sehen. Dabei vergessen wir gerne, dass zu diesem Bild dutzende Entscheidungen nötig waren und hunderte von Mäuseschritten. Wir sollten zu dem Prozess ja sagen, anstatt zu dem idealisierten Bild am Ende der Reise. Wir haben die Kraft, uns mit jedem noch so kleinen Schritt unserer Vision ein wenig näher zu bringen. Wichtig ist auch hier eine differenzierte Sicht. Denn meine Vision ist nicht unbedingt die Vision anderer. Vielleicht gibt es Ähnlichkeiten, Überschneidungen. Doch jeder hat seine individuelle Vision, nach der er strebt.

    Allzu oft vergleichen wir uns mit den Leben anderer. Dabei vergessen wir neben der Andersartigkeit auch die Oberflächlichkeit. Authentisch sind wir meist nur mit den engsten Freunden, diese Schicht bleibt meist hinter der Alltagsmaske unseres Gegenübers verborgen. Also besinne ich mich auf mich, meine Familie und schaue auf die Veränderungen, die vor unseren Augen passieren und anstehen. Ich bin offen dafür, bereit, Gewohntes gegen Neues einzutauschen. Die Samen, die ich für diese Zukunft gesät habe, tragen Knospen wie der Magnolienzweig, den ich mir heute auf dem Markt gekauft habe. Ich freue mich schon auf die baldigen Blüten.

  • 07/02/2021 Visualisieren

    Im Sommer. Anfang Juni. Ich sitze im Garten auf der Holzterrasse. Höre das Blätterrauschen der großen Kastanie. Die ersten Farben rundherum zeigen sich in den Blüten. Ich schließe die Augen und stelle mir den Kindergeburtstag hier vor. Mit einer Tafel an Leckereien, Girlande und Spielen. Von drinnen tönt Musik und ich genieße das Wirrwarr aus Kinderstimmen.

    Mit diesem Bild voll Leben und Glück öffne ich die Augen. Endlich geht es an die Planung des ersehnten Umzugs. Aus Wunsch wird Wirklichkeit. Vieles ist dafür zu planen und umzusetzen. Die Freude schwingt bei allem mit.

    Auch hier ist das Visualisieren des gewünschten Ergebnisses mein Weg, um innere Sicherheit und Überzeugung meiner Entscheidungen zu gewinnen. Es ist so als würde ich schon ein wenig vorausgehen, wenn ich den Wunsch der Zukunft vor Augen habe. Vertrauen in mich und meine Entscheidungen wächst automatisch. Der Zweifel ist wie verkleinert, die Vorfreude steigt.

  • 30/01/2021_2 White sun

    When ist comes to favorites of a year, people mostly think about their summer holidays abroad. Well, yes! But there are two things I love as much as beach days: going through huge hills of leaves in autumn and hearing the sound of your own feet while walking on fresh snow. The sunrays dance on the white ice crystals. So good! So magic! And I am grateful we have the 48 hours winter time slot in the north of Germany right now.

    What do both favourites have in common? They allow me to act like a child. No matter what age I am. These memories are so strong that seeing this moment in front of you makes you feel young again. And I never think of what others could think about me behaving like a toddler. So why is that? I want to follow my inner voice more often without being afraid of the judgement of others.

    What do you not do because of other people? What tells your inner voice when you try to listen? The truth is that other people are so involved in their own life that they think less about you than you think.

  • 30/01/2021 Boxenstop

    Tief atmen, mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen und einfach wahrnehmen, was alles wieder ist. Hier, in meinem Leben. Ein Boxenstop. Es ist für mich keine Selbstverständlichkeit nach einer Arbeitswoche und ereignisarmen Nachmittagen zu Hause inne zu halten und ein normales Wochenende zu schätzen. Mit langem Spaziergang im Schnee und jetzt im frühen Dunkel mit Tee. Kein halbes Jahr ist es her, dass ich aus dem Krankenhaus entlassen worden bin.

    Erst gestern war ich dorthin zum Kontrolltermin zurück gekehrt. Und bei jedem Weggehen klopfe ich mir gedanklich selbst die Schulter. Ich bin Besucher, kein stationärer Patient. Es ist nicht so, dass ich alles, was dort hinter Gängen und Türen an Leben ist, ablehne. Ich habe auch ein warmes Gefühl zu diesem Ort. Ich suchte Schutz, als ich selbst keinen Halt mehr fand. Einige Menschen, die dort arbeiten, machen den Unterschied mit ihrer Herzlichkeit und ihrem ernsten Interesse zu helfen. Doch ich wusste, dass dies nur eine Pause und keine Heilung für mich bedeutete. Diese wäre erst im Alltag möglich, in kleinen Schritten.

    Und jetzt? Einige Monate später fühle ich mich weitgehend „normal“. Stabil und belastbar, mitschwingend in den Gefühlen und voller Zuversicht beim Blick in die Zukunft. Ich bin selektiver geworden bei der Wahl der Menschen, mit denen ich mich austausche. Ich nehme nicht jedes Drama mit. Ich höre mir aufmerksamer beim Denken zu und sortiere um, miste aus. Gedanklich wie physisch. Auf der Suche nach Klarheit, Leichtigkeit und Beweglichkeit. Mit leichtem Gepäck reist es sich leichter. Mit sortiertem Haushalt zieht es sich leichter um. Mit eindeutigen Fragen kommen auch klarere Antworten und Einsichten.

    Diese kurzen Boxenstops kann ich sehr empfehlen. Sich Zeit nehmen für die eigenen Gedanken und Absichten. Sich fragen was wirklich wichtig ist und was nur belastet. Sich überlegen, wohin genau die Reise gehen darf. Vieles ergibt sich bereits, wenn das Ziel klarer ist.

  • 25/01/2021 Tagträume

    J‘ai cassé mon moule à gâteaux. Pas des larmes, une commande du même. Quelle surprise! Une solution rapide après une seconde sans attention.

    Ich habe meine Kuchenform zerbrochen. Keine Tränen, einen Auftrag über dieselbe. Welch‘ Überraschung! Eine schnelle Lösung nach einem Moment ohne Aufmerksamkeit.

    Wo war ich in Gedanken? Ich hatte drei Dinge gleichzeitig im Kopf, war gedanklich bei den Folgeschritten und bemerkte nicht, wie steif gefroren meine Finger gewesen waren, die die Tasche nicht halten konnten. Einerseits war ich bei der Arbeit in Ideen versunken – auf französisch. Andererseits war ich schon beim Bezahlen in der Apotheke und beim Mittagessen Zuhause, während ich mein Fahrrad anschloss. In Tagträumen versunken. Jeder kennt Situationen wie diese. Wir sind überall, doch nicht in der Gegenwart. Manchmal tut es sehr gut, sich so zu verlieren, manchmal tut es weh. Wir kennen es von Kindern, die in der Gegenwart verweilen und ihr Zeitgefühl verlieren. Oft mahnen wir zur Eile mit den Worten „Jetzt träum nicht so, wir wollen weiter“.

    Ich liebe meine Träume in der Nacht, weil sie mir so viel erzählen. Am Tage wirken sie mir manchmal fremd. Ich fühle mich nicht ganz bewusst und klar, wenn ich bemerke, wie sehr ich abgeschweift bin. Es kommt vielleicht auch einfach zu selten vor. Heute erinnert mich diese Szene von mir selbst an die aktuelle Situation. Wir müssen alles gleichzeitig: Arbeiten, Kind unterrichten und eine Familie versorgen. Gleichzeitig bleibt kaum Raum für Ausgleich, Ablenkung und Zerstreuung. Und irgendwann geht bei diesem Drahtseilakt auch etwas schief. Etwas zerbricht, das sich nicht so leicht ersetzen lässt wie Materielles. Etwas tief in uns zerspringt, in unserem Innersten. Beim ersten Lockdown im März hat mich eben diese Entwicklung beinahe zerbrochen. Ich lag am Boden wie diese Kuchenform aus Keramik. In vielen Einzelteilen. In mühsamer und sehr langsamer Kleinstarbeit habe ich die Teile zu einem neuen Ganzen gefügt. Mit Hilfe von anderen Konstrukteuren und Arbeitern. Am Ende hielt es zusammen, die Sprünge blieben sichtbar. Auch heute spüre ich sehr genau, wo diese neuen Fugen sitzen. Manchmal kann ich kaum glauben, was alles wieder möglich ist. Und manchmal, an Tagen wie heute, wird mir sehr bewusst, wie fragil doch alles ist.

  • 23/01/2021 Oh London!

    Why do I write about London? Statistics have shown me that there had been many visitors from this city within the last 24 hours and all of them not for the first time. For many years, I have travelled to London and Paris twice a year for job issues. I really enjoyed spending time in the streets of London. I got favorite places to eat, to shop and to have a look at cool people with great outfits. A walk in the Hyde Park or window shopping in the Regent Street. One of the best things in life I have ever done: I started a business trip one day earlier and alone to join a concert of my favorite singers Fink and Ben Howard together in one show. What a night!

    I love the lines of little town houses and the international flair. So many nations and languages in one place. And I love the black cabs and the various coffee shops with walls of ready-to-eat stuff. But this is not what I remember the most. It is the fact that I always thougth about someone who had moved to this city before my first visit. And with every IP address from London visiting my blog I am wondering if this „someone“ is part of the list. This is weird and more than unlikely.

    It is what I call „movie scenes par hazard“. I am a rational person. Whenever a movie has too many coincidences, I cannot believe the story anymore. But when I am afraid of seeing someone or hope to see someone, I want all of this „hazards in movies – thing“ in my life. In the positive or the negative way, depending on the person. Do you know what I mean?

    If yes – thank you. Now, I do not feel so alone anymore. If no – well, now you know that people like me exist. Greetings to everyone from London and the rest of the world, connected more than ever in this worldwide thing called love in times of this pandemic.